Ber­lin: Daten­net­ze ver­kraf­ten Home­of­fice laut Bit­kom gut

Tastatur - Hände - Finger - Notebook - Laptop - TastenFoto: Sicht auf eine Tastatur, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die deut­schen Daten­net­ze ver­kraf­ten die Mehr­be­las­tung durch den gestie­ge­nen Daten­ver­kehr und mehr Tele­fon­ge­sprä­che in der Coro­na­kri­se bis­her problemlos.

„Der Daten­ver­kehr ist in den ver­gan­ge­nen vier Wochen um rund zehn Pro­zent gestie­gen. Die­ser Zuwachs wur­de von den Net­zen pro­blem­los ohne Über­las­tun­gen, Eng­päs­se oder Stö­run­gen ver­kraf­tet”, sag­te Nick Krie­ges­kot­te, Lei­ter Infra­struk­tur und Regu­lie­rung des Ver­bands, den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mon­tags­aus­ga­ben).

„Der Zuwachs erfolg­te vor allem tags­über, die Tagesspit­zen wer­den unter­des­sen wei­ter­hin abends erreicht, wenn vie­le Ver­brau­cher Fil­me strea­men.” Zudem wer­de deut­lich mehr tele­fo­niert: Die Sprach­te­le­fo­nie hat laut Bit­kom in den ver­gan­ge­nen Wochen um bis zu 50 Pro­zent zuge­nom­men. Die mobi­le Daten­nut­zung ist dage­gen gesun­ken, da mehr Men­schen Zuhau­se im WLAN unter­wegs seien.

Natür­lich bre­chen auch immer mal wie­der Video­ver­bin­dun­gen ab, berich­te­te der Bit­kom-Exper­te. Die Ursa­che dafür lie­ge „meis­tens an feh­len­den Ser­ver­ka­pa­zi­tä­ten bei ein­zel­nen Anbie­tern”. Doch die­se sei­en mitt­ler­wei­le nach­ge­rüs­tet wor­den. Gene­rell stel­le Home­of­fice an die Daten­ge­schwin­dig­keit in der Regel nicht so hohe Anfor­de­run­gen. „Das Anspruchs­volls­te sind Video­kon­fe­ren­zen. Ein Anschluss mit einer Geschwin­dig­keit von 50 Mbit/s ist dafür auf jeden Fall ausreichend.”

Die Video-on-demand-Anbie­ter hät­ten mitt­ler­wei­le ihre Auf­lö­sung etwas redu­ziert, damit mehr Nut­zer Fil­me strea­men könn­ten. Der Daten­ver­kehr stei­ge vor allem tags­über, die Tagesspit­zen wür­de unter­des­sen wei­ter­hin abends erreicht, wenn vie­le Ver­brau­cher Fil­me streamten.

Auch 58 Pro­zent der Fami­li­en­un­ter­neh­men nut­zen Home­of­fice ohne Pro­ble­me, wie eine Umfra­ge des Ver­bands unter 1.465 Mit­glie­dern ergab. Pro­ble­me zeig­ten sich jedoch in länd­li­chen Gebie­ten, berich­tet Sar­na Röser, Bun­des­vor­sit­zen­de des Wirt­schafts­ver­bands „Die Jun­gen Unter­neh­mer”, und for­dert einen schnel­len Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur außer­halb der Bal­lungs­ge­bie­te. „Schon vor der Kri­se hat­ten vie­le Unter­neh­men mit schlech­ten Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten zu kämp­fen.” In Coro­na-Zei­ten habe die digi­ta­le Ver­sor­gung noch mehr Gewicht in der Exis­tenz­fra­ge für Unter­neh­men. „Der ver­schlepp­te Aus­bau der digi­ta­len Infra­struk­tur außer­halb der Bal­lungs­ge­bie­te droht Deutsch­land wirt­schaft­lich umso mehr auf die Füße zu fallen.”

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