Tele­fo­ni­ca: o2 kurz vor Erfül­lung staat­li­cher LTE-Ausbau-Vorgabe

o2 Funkmast - Antenne - Halle NeustadtFoto: Sicht auf einen Mobilfunkmast von o2 Telefonica (Halle-Neustadt)

Der Mobil­funk-Anbie­ter Tele­fo­ni­ca o2 steht kurz davor, die staat­li­chen Vor­ga­ben für den Aus­bau der LTE-Net­ze zu erfüllen.

„Wir arbei­ten sehr hart dar­an, bis Jah­res­en­de die bun­des­wei­te Ver­sor­gungs­auf­la­ge bei 4G zu errei­chen – trotz Coro­na-Lock­down”, sag­te Tele­fo­ni­ca-Deutsch­land-Chef Mar­kus Haas dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Sams­tag­aus­ga­ben). „Ich bin hier zuver­sicht­lich – aber wir sind auch noch nicht am Ziel”.

In Nie­der­sach­sen, Schles­wig-Hol­stein und Sach­sen sei­en nun vor­zei­tig die Zie­le erreicht wor­den, so Haas. „In Nie­der­sach­sen haben wir 800 neue 4G-Sen­der in Betrieb genom­men. In Schles­wig-Hol­stein sind es rund 280, in Sach­sen sind es etwa 620”. In Hes­sen sei­en bereits 96 Pro­zent der Vor­ga­ben erfüllt, der Rest wer­de vor­aus­sicht­lich noch in die­sem Monat geschafft.

Tele­fo­ni­ca hat­te eben­so wie die Deut­sche Tele­kom und Voda­fone die Auf­la­gen der Bun­des­netz­agen­tur für die Abde­ckung mit der LTE-Tech­nik nicht erreicht. Die Frist dafür war eigent­lich Ende 2019 aus­ge­lau­fen. Die Netz­agen­tur hat eine Ver­län­ge­rung bis Ende 2020 gewährt. Unter ande­rem muss für 98 Pro­zent der Haus­hal­te mobi­les Inter­net mit einer Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit von 50 Mega­bit pro Sekun­de mög­lich sein. „Ins­ge­samt haben wir in die­sem Jahr rund sie­ben Mil­lio­nen Men­schen zusätz­lich 4G zur Ver­fü­gung gestellt”, so Haas.

Tele­fo­ni­ca hat gleich­zei­tig mit dem Errich­ten von Sen­de­an­la­gen für den noch erheb­lich schnel­le­ren 5G-Stan­dard begon­nen, und zwar in gro­ßen Städ­ten. Aber: „In der Flä­che ist zunächst wei­ter 4G wich­tig, weil der aller­größ­te Teil der aktu­ell genutz­ten Smart­pho­nes mit die­ser Tech­nik funk­tio­niert”, so der Mana­ger. Weni­ger als fünf Pro­zent der Deut­schen nutz­ten der­zeit 5G-Smartphones.

In den nächs­ten Jah­ren wer­de 4G wei­ter die wich­tigs­te tech­no­lo­gi­sche Basis für mobi­le Daten sein. Mit dem neu­en iPho­ne wer­de jedoch die Nut­zung 5G-fähi­ger Smart­pho­nes Fahrt auf­neh­men. „Wir wer­den die neue Tech­nik zügig aus­rol­len und wol­len da 2025 ein flä­chen­de­cken­des Netz haben”, sag­te Haas. Das Mobil­te­le­fon kön­ne „künf­tig auch ein ech­ter Fest­netz­er­satz wer­den”. Grund­la­ge dafür sei­en Daten­ta­ri­fe ohne Limit, mit denen der Nut­zer genau­so schnell oder manch­mal sogar schnel­ler als per Fest­netz sur­fen kann.

Der Unter­neh­mer plä­dier­te dafür, das der­zeit umstrit­te­ne Neben­kos­ten­pri­vi­leg bei Kabel-TV-Ver­trä­gen abzu­schaf­fen. Mil­lio­nen Mie­ter kön­nen Kabel­an­schlüs­se, die auch schnel­les Inter­net ermög­li­chen, beson­ders güns­tig nut­zen, dabei wer­den die Gebüh­ren – in der Regel acht bis neun Euro pro Monat – über die Neben­kos­ten abge­rech­net, und zwar pau­schal für alle Mie­ter eines Wohn­hau­ses. Die Bun­des­re­gie­rung will sol­che Ver­ein­ba­run­gen künf­tig untersagen.

Haas mach­te dar­auf auf­merk­sam, dass es mitt­ler­wei­le zahl­rei­che Ange­bo­te für den Fern­seh­emp­fang gebe, die erheb­lich güns­ti­ger sei­en. So bie­te Tele­fo­ni­ca bei­spiels­wei­se TV übers Inter­net für fünf Euro pro Monat an – mit rund 100 deutsch­spra­chi­gen Sen­dern. „Aber Mie­ter, die ihren Kabel­an­schluss zwangs­wei­se über Neben­kos­ten bezah­len müs­sen, wer­den so ein Pro­dukt trotz des güns­ti­gen Prei­ses nie­mals bestel­len”, sag­te er. „Das bedeu­tet: Der Wett­be­werb auf dem Fern­seh­markt wird durch das Neben­kos­ten­pri­vi­leg klar ein­ge­schränkt”. Denn nie­mand wol­le dop­pelt bezahlen.

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