Deut­sche Bahn: Über 4.230 Fern­zü­ge in 2020 gestrichen

Köln-Chorweiler Bahnhof - Deutsche Bahn - S-BahnBild: Chorweiler Bahnhof nach Bergisch Gladbach (Köln-Chorweiler)

Die Deut­sche Bahn hat im Jahr 2020 im Fern­ver­kehr 4.230 Fern­zü­ge ersatz­los gestri­chen und 99.652 Hal­te ersatz­los aus­fal­len lassen.

Das geht aus einem Schrei­ben des Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für den Schie­nen­ver­kehr, Enak Fer­le­mann, her­vor, über das die „Welt” berich­tet. Der FDP-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Tors­ten Herbst hat­te die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen angefragt.

Beson­ders vie­le Züge fie­len im Febru­ar (1.010) und März (1.239) des Vor­jah­res aus. Der Anteil der aus­ge­fal­le­nen Züge im Ver­gleich zu allen geplan­ten Fahr­ten lag dem­nach bei bis zu 4,8 Pro­zent. Glei­ches gilt für die Halt­aus­fäl­le ohne Ersatz. Im Febru­ar wur­den 19.306 Stopps über­sprun­gen, im März waren es 17.665 Hal­te­stel­len. Damit strich die Deut­sche Bahn zeit­wei­se bis zu 6,2 Pro­zent der Soll-Halte.

Begrün­det wer­den die Zah­len vor allem mit Ein­schrän­kun­gen durch die Coro­na-Pan­de­mie. „Die DB AG ver­zeich­ne­te auf­grund der kurz­fris­tig erfor­der­li­chen Fahr­plan­re­duk­tio­nen im Rah­men der Ein­schrän­kun­gen durch die Covid-19-Pan­de­mie im gesam­ten Netz Halt- und Zug­aus­fäl­le. Die Ände­run­gen sind solan­ge Abwei­chun­gen vom Fahr­plan, bis sie ein­ge­ar­bei­tet und über­nom­men wur­den”, so Fer­le­mann in sei­nem Schrei­ben an den FDP-Abgeordneten.

Auf­fäl­lig in die­ser Argu­men­ta­ti­on ist jedoch, dass im Febru­ar – dem Monat mit dem Höchst­stand an ersatz­los gestri­che­nen Hal­ten – das öffent­li­che Leben noch nicht durch Coro­na-beding­te Ein­schrän­kun­gen beein­träch­tigt wur­de. „Wenn Fern­zü­ge und ‑hal­te in die­ser Grö­ßen­ord­nung ersatz­los aus­fal­len, ist das eine Zumu­tung für alle Bahn­rei­sen­den und ein Armuts­zeug­nis für das DB-Manage­ment”, erklär­te Herbst der „Welt”. Die Zah­len aus dem Febru­ar 2020 zeig­ten zudem, dass die Deut­sche Bahn ihren jüngst ver­kün­de­ten Pünkt­lich­keits­re­kord nicht trotz, son­dern nur wegen der Coro­na-Pan­de­mie errei­chen konn­te. „Sowohl mas­siv gesun­ke­ne Fahr­gast­zah­len als auch tau­sen­de gestri­che­ne Ver­bin­dun­gen haben ihr Übri­gens getan, die tat­säch­li­che Zuver­läs­sig­keit der Bahn zu ver­schlei­ern”, so Herbst.

Gemäß der Defi­ni­ti­on der Deut­schen Bahn hät­ten aus­ge­fal­le­ne Hal­te oder ent­fal­le­ne Züge auf die Pünkt­lich­keit kei­nen Ein­fluss. Die Bahn, so der FDP-Ver­kehrs­ex­per­te, müs­se des­halb „eine ech­te Qua­li­täts­of­fen­si­ve star­ten und trans­pa­rent infor­mie­ren, ob Rei­sen­de ihr Ziel pünkt­lich erreichen”.

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