AOK: Übernahme der Corona-Impfkosten vom Bund erwartet

AOK-Logo - KrankenkasseFoto: Sicht auf das AOK-Logo vor dem Krankenkassengebäude, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Martin Litsch geht davon aus, dass der Bund die Kosten für Corona-Impfungen übernimmt.

„Zu finanzieren sind neben den Impfstoffen auch ärztliche Leistungen und Infrastruktur-Kosten“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). „Die AOK sind als gesetzliche Krankenversicherung gerne bereit, ihre Strukturen für die Abrechnung dieser Kosten bereitzustellen, soweit die Kosten über Bundeszuschüsse ausgeglichen werden“.

Er gehe weiter davon aus, dass die Impfung allen Deutschen zugutekomme, unabhängig davon, wie sie krankenversichert seien. „Das wäre im Rahmen der Pandemiebekämpfung auch die angemessene Lösung“, sagte er dem RND. „Infektionsschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und betrifft nicht nur Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherungen“.

Der Leiter des Virologischen Instituts an der Universitätsklinik Erlangen, Klaus Überla, der gleichzeitig Mitglied der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut ist, erwartet für das erste Quartal 2021 Impfungen mit dem Impfstoff der Mainzer Firma BioNTech. „Die Wirksamkeit des Impfstoffs von BioNTech ist überraschend hoch“, sagte er dem RND. „Damit ist eine ganz große Hürde zur Entwicklung eines Impfstoffs genommen.“ Allerdings sei der Impfstoff noch nicht am Ziel. „Es gibt noch einige weitere Hürden.“ So stehe weiter die Frage im Raum, wie der Impfstoff bei älteren Menschen über 70 oder 80 Jahren wirke. „Da würde man sich noch eine Bestätigung wünschen. Das ist ein entscheidender Punkt“.

Hinweise auf schwere Nebenwirkungen habe es bisher aber nicht gegeben, so Überla. Und wenn die offenen Fragen geklärt seien, hoffe er, „dass schon im ersten Quartal des nächsten Jahres die ersten Impfungen durchgeführt werden können“ – bei einer Wirksamkeit von mindestens einem oder zwei Jahren.

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