BAMF: 17 Mil­lio­nen Euro für ver­lo­re­ne Asyl­pro­zes­se zahlen

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - BAMF - Tor - Gebäude - SchildFoto: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Fal­sche Asy­l­ent­schei­dun­gen des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge kos­ten den Steu­er­zah­ler jedes Jahr zwei­stel­li­ge Millionenbeträge.

Allein im ver­gan­ge­nen Jahr muss­te das BAMF wegen ver­lo­ren gegan­ge­ner Asyl-Gerichts­ver­fah­ren fast 17 Mil­lio­nen Euro zah­len – vier Pro­zent mehr als im Jahr 2020. Das geht aus einer Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine Anfra­ge der Links­frak­ti­on im Rah­men der Haus­halts­be­ra­tun­gen her­vor, über die die „Neue Osna­brü­cker Zei­tung” berich­tet. Betrach­tet man die ver­gan­ge­nen fünf Jah­re, so schwank­ten die Gesamt­kos­ten für sol­che ver­lo­re­nen Asyl­pro­zes­se jähr­lich zwi­schen 16 und 25 Mil­lio­nen Euro. Dabei stie­gen die Kos­ten zuletzt trotz rück­läu­fi­ger Gerichts­ver­fah­ren an. Der Trend zeigt dabei wei­ter nach oben: Bis zum 20. April die­ses Jah­res fie­len bereits 5,9 Mil­lio­nen Kos­ten an. Auf das Jahr hoch­ge­rech­net, wür­de sich dies auf rund 19 Mil­lio­nen Euro sum­mie­ren. Etwa ein Drit­tel aller Flücht­lin­ge, die gegen die Ableh­nung ihres Asyl­an­trags kla­gen, hat bei inhalt­li­cher Prü­fung durch die Ver­wal­tungs­ge­rich­te Erfolg.

Im Regel­fall ent­ste­hen dem BAMF Kos­ten in Höhe von 925,23 Euro pro ver­lo­re­ne Asyl­kla­ge in der ers­ten Instanz. Vor allem Flücht­lin­ge aus Afgha­ni­stan haben mit ihren Kla­gen vor Gericht Erfolg. Die flucht­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Links­frak­ti­on, Cla­ra Bün­ger, die die Zah­len aus­ge­wer­tet hat, sag­te der „NOZ”: „Das ist bit­ter für alle Steu­er­zah­ler, aber für die zu Unrecht abge­lehn­ten Schutz­su­chen­den ist es eine Kata­stro­phe”. So kön­ne es nicht wei­ter­ge­hen: „Die Feh­ler­quo­te im BAMF muss end­lich deut­lich gesenkt wer­den”. Bün­ger for­der­te zudem, dass im Asyl­recht die Mög­lich­keit der Beru­fung ein­ge­führt wer­den müs­se, wenn ernst­haf­te Zwei­fel an der Rich­tig­keit eines Asyl­ur­teils bestünden.

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