BAMF: Über 600.000 Ukrai­ne-Flücht­lin­ge seit Kriegs­be­ginn erfasst

Hauptbahnhof - Hinweis - Schild - Ukraine-Flüchtlinge - Zug - Februar 2022Foto: Ankunft von Flüchtlingen aus der Ukraine, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Seit Kriegs­be­ginn sind mehr als 600.000 Men­schen aus der Ukrai­ne nach Deutsch­land geflohen.

Das berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Don­ners­tag­aus­ga­ben) unter Beru­fung auf eine aktu­el­le Aus­wer­tung des Bun­des­am­tes für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge von Daten aus dem Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ter. Seit Ende Febru­ar sind dem­nach bis­lang 610.103 Per­so­nen aus der Ukrai­ne neu erfasst wor­den (Stand: 30. April). 600.168 die­ser Per­so­nen sind ukrai­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge – das ent­spricht 98,4 Pro­zent. Nur ein sehr klei­ner Anteil der Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne kommt dem­nach ursprüng­lich aus ande­ren Tei­len der Welt, etwa Afri­ka, Asi­en oder Nahost.

Unklar ist aller­dings, wie vie­le der im AZR erfass­ten Ukrai­ner bezie­hungs­wei­se Dritt­staa­ten-Ange­hö­ri­ge nach der Erfas­sung in Deutsch­land in ein ande­res EU-Land wei­ter­ge­reist sind oder trotz der Kampf­hand­lun­gen bereits wie­der in ihre Hei­mat zurück­ge­kehrt sind. Es kön­ne es sich um eine „erheb­li­che Zahl” han­deln, so die Behör­den. Oft­mals wür­den sich die Men­schen nicht abmel­den. Bei den Anga­ben aus dem Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ter han­delt sich dem­nach um die Per­so­nen aus der Ukrai­ne, die sich seit Kriegs­be­ginn vor­über­ge­hend in Deutsch­land auf­ge­hal­ten haben oder wei­ter aufhalten.

Einen genaue­ren Blick las­sen die BAMF-Zah­len auch auf Geschlecht und Alter der Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne zu: Von den seit Kriegs­be­ginn im Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ter erfass­ten Per­so­nen aus dem ost­eu­ro­päi­schen Land sind ins­ge­samt rund 69 Pro­zent Mäd­chen und Frau­en und 31 Pro­zent Jun­gen und Män­ner. Unter den Erwach­se­nen beträgt der Anteil der Frau­en sogar gut 80 Pro­zent. Vie­le sind zudem noch Kin­der und Jugend­li­che unter 18 Jah­re: ins­ge­samt 241.769. Das ent­spricht fast 40 Pro­zent. Rund 216.000 Per­so­nen sind den Anga­ben zufol­ge „voll­stän­dig mit bio­me­tri­schen Merk­ma­len” regis­triert, also mit Fin­ger­ab­drü­cken und einem bio­me­tri­schen Pass­fo­to. Von den ande­ren meh­re­ren Hun­dert­tau­send ukrai­ni­schen Flücht­lin­gen wur­den bis­her nur per­sön­li­che Daten wie Name und Geburts­tag erfasst, jedoch etwa kei­ne Fin­ger­ab­drü­cke abgenommen.

Nicht aus­zu­schlie­ßen ist, dass Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne in dem Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ter dop­pelt erfasst wur­den. In der Ver­gan­gen­heit hat­te es sol­che Dop­pel­erfas­sun­gen gege­ben. Das Aus­län­der­zen­tral­re­gis­ter ist eine bun­des­wei­te per­so­nen­be­zo­ge­ne Datei, die feder­füh­rend das BAMF betreibt. Die Sta­tis­tik speist sich aus Anga­ben etwa aus den Aus­län­der­be­hör­den, der Poli­zei und Mel­de­be­hör­den vor Ort in den Län­dern und Kom­mu­nen. Die Zahl der neu ankom­men­den Flücht­lin­ge aus der Ukrai­ne war zuletzt in Deutsch­land laut Bun­des­po­li­zei deut­lich im Ver­gleich etwa zum März gesun­ken. Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) sprach unlängst zudem von täg­lich rund 20.000 Ukrai­nern, die allein von Polen aus wie­der in ihr Hei­mat­land zurück­keh­ren wür­den – trotz der Kriegs­hand­lun­gen, die vor allem den Osten des Lan­des betreffen.

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