Bar­mer: Digi­ta­li­sie­rung könn­te 70.000 Todes­fäl­le verhindern

Frau - Schreibtisch - Desktop - PC - Windows Foto: Frau am Schreibtisch an einem Desktop-PC, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Durch eine intel­li­gen­te digi­ta­le Erfas­sung und Aus­wer­tung aller Arz­nei­mit­tel­ver­schrei­bun­gen könn­ten jähr­lich bis zu 70.000 Todes­fäl­le ver­hin­dert werden.

Das hat der jüngs­te Arz­nei­mit­tel­re­port der Bar­mer erge­ben, der am Mitt­woch vor­ge­stellt wer­den soll und über den das „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” (Mitt­woch­aus­ga­ben) berich­tet. Dem­nach konn­te in einem ent­spre­chen­den Modell­pro­jekt mit 11.000 Pati­en­ten die Sterb­lich­keit im Ver­gleich zur her­kömm­li­chen medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung zwi­schen 10 und 20 Pro­zent gesenkt wer­den. Im Rah­men des Pro­jek­tes wur­den die Haus­arzt­pra­xen erst­mals digi­tal mit voll­stän­di­gen Infor­ma­tio­nen über alle Vor­er­kran­kun­gen und Arz­nei­mit­tel­ver­schrei­bun­gen ver­sorgt. Zusätz­lich beka­men die Ärz­te Hin­wei­se auf ver­meid­ba­re Risi­ken der The­ra­pie, wie zum Bei­spiel gefähr­li­che Wechselwirkungen.

Wie kom­plex und umfang­reich die medi­zi­ni­schen Daten sind, hat die Bar­mer in dem Report erst­mals kon­kret unter­su­chen las­sen. Danach erhal­ten über-40-jäh­ri­ge Ver­si­cher­te im Zeit­raum von zehn Jah­ren durch­schnitt­lich ins­ge­samt 76 Rezep­te. 27 Pro­zent der Ver­si­cher­ten wur­den 100 und mehr Rezept­blät­ter aus­ge­stellt. Das obe­re Zehn­tel der Ver­si­cher­ten ab 90 Jah­re bekam in den zurück­lie­gen­den zehn Jah­ren sogar 257 und mehr Rezep­te. Für Ärz­te sei es „kaum mög­lich, ange­sichts der Kom­ple­xi­tät der Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie den Über­blick zu behal­ten und Medi­ka­ti­ons­ri­si­ken ein­zu­schät­zen”, sag­te Bar­mer-Chef Chris­toph Straub dem RND. Daher sei eine digi­ta­le Unter­stüt­zung unab­ding­bar, for­der­te er.