Bau­un­ter­neh­men: Arbeit auf Auto­bah­nen bun­des­weit eingestellt

Baustelle - Absicherung - Planke - Straße - AutobahnFoto: Sicht auf Baustellenabsicherungen auf einer Autobahn, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Bau­un­ter­neh­men las­sen wegen man­geln­der Zah­lungs­mo­ral der Auto­bahn­ge­sell­schaft des Bun­des Bau­stel­len ruhen.

„Wir wer­den die War­tung und Instand­hal­tung der 2.500 Brü­cken und Bau­wer­ke in Bre­men Anfang der kom­men­den Woche ein­stel­len”, sag­te der Bre­mer Bau­un­ter­neh­mer Jan-Gerd Krö­ger dem „Han­dels­blatt” (Don­ners­tags­aus­ga­be). Auch die Sanie­rung der Les­um­brü­cke – die wich­ti­ge Ver­bin­dung zum Über­see­ha­fen Bre­mer­ha­ven – ist bereits unterbrochen.

Die Vor­sit­zen­de der Ver­kehrs­mi­nis­ter­kon­fe­renz, Bre­mens Bau­se­na­to­rin Mai­ke Schae­fer, will die Pro­ble­me beim Bund-Län­der-Tref­fen am Frei­tag anspre­chen. Sie habe bereits „mit Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er tele­fo­niert und deut­lich gemacht, dass die Miss­stän­de um die aus­ste­hen­den Zah­lun­gen schnellst­mög­lich beho­ben wer­den müs­sen, um die Repa­ra­tur der Les­um­brü­cke und noch ande­rer Bau­stel­len auf Bun­des­fern­stra­ßen wie­der an den Start zu bekom­men”. Bun­des­weit soll es bereits zu ruhen­den Bau­stel­len gekom­men sein, um so die Zah­lun­gen zu erzwingen.

Die Auto­bahn­ge­sell­schaft des Bun­des hat seit ihrem Start Anfang des Jah­res offen­bar Pro­ble­me, Rech­nun­gen pünkt­lich zu bezah­len. Offi­zi­ell bestä­tigt das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um in einem Bericht an den Ver­kehrs­aus­schuss, es hand­le sich um „offe­ne Rech­nun­gen in Höhe von rund 600 Mil­lio­nen Euro”. Staat­lich ver­ur­sach­te Liqui­di­täts­pro­ble­me in der Coro­na­kri­se sei­en skan­da­lös, vie­le Bau­stel­len wür­den so wei­ter ver­zö­gert, kri­ti­sier­te der ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, Oli­ver Luk­sic. „Ange­sichts von maro­den Brü­cken und Stra­ßen kön­nen wir uns die­ses Cha­os von Minis­ter Scheu­er nicht leis­ten, der Sanie­rungs­stau wird immer grö­ßer”. Soll­te das Minis­te­ri­um das Par­la­ment nicht kor­rekt infor­mie­ren, dann wäre dies „skan­da­lös und eine Missachtung”.

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