BDI: Deut­sche Wirt­schaft for­dert eine DSGVO-Reform

Offizielle Webseite der Europäischen Union - Cookie-Hinweis - BannerFoto: Cookie-Hinweis auf der offiziellen Webseite der Europäischen Union, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die deut­sche Wirt­schaft for­dert von der Poli­tik eine Reform der Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO).

„Klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men sind über­pro­por­tio­nal von gesetz­li­chen Vor­ga­ben und damit von Büro­kra­tie belas­tet”, sag­te Iris Plö­ger, Mit­glied der Haupt­ge­schäfts­füh­rung des Bun­des­ver­bands der Deut­schen Indus­trie, dem „Han­dels­blatt”. Oft kos­te allei­ne das Ver­ste­hen der kom­ple­xen Rege­lun­gen Res­sour­cen, die im eigent­li­chen Kern­ge­schäft fehlten.

Kri­tik kam auch vom Prä­si­den­ten des Fami­li­en­un­ter­neh­mer-Ver­bands, Rein­hold von Eben-Worlée: „Die­se Regel­wut belas­tet ins­be­son­de­re den deut­schen Mit­tel­stand, der anders als die gro­ßen Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten mit ihren Rechts­ab­tei­lun­gen neben den ohne­hin schon star­ken büro­kra­ti­schen Hür­den über­pro­por­tio­nal noch mehr schul­tern muss”, sag­te er dem „Han­dels­blatt”. Die DSGVO müs­se „effi­zi­en­ter und prak­ti­ka­bler” wer­den, damit die Regeln zu einem Stand­ort­vor­teil für bestehen­de und zukünf­ti­ge digi­ta­le Geschäfts­mo­del­le aus­ge­baut wer­den könn­ten. Die nächs­te Bun­des­re­gie­rung müs­se sich für eine Reform des Daten­schut­zes ein­set­zen. Daten­schutz­re­geln müss­ten „nach­voll­zieh­bar, fair und ver­hält­nis­mä­ßig für alle Markt­teil­neh­mer glei­cher­ma­ßen sein”.

Plö­ger ver­lang­te ein Ende der unein­heit­li­chen Inter­pre­ta­ti­on und Durch­set­zung der Daten­schutz­re­geln durch die ver­schie­de­nen Auf­sichts­be­hör­den. „Die­se könn­ten über­wie­gend durch homo­ge­ne Leit­li­ni­en, Ori­en­tie­rungs­hil­fen oder Ver­hal­tens­ko­di­zes adäquat adres­siert wer­den”, sag­te sie.

Der Hand­werks­ver­band ZDH for­dert, klei­ne Betrie­be von unver­hält­nis­mä­ßi­gen sowie sach- und pra­xis­fer­nen Vor­schrif­ten zu befrei­en. „Gera­de Hand­werks­be­trie­be ver­ar­bei­ten ledig­lich die Daten ihrer Kun­den und Beschäf­tig­ten und stel­len damit kein nen­nens­wer­tes Risi­ko für den Daten­schutz dar.” Für die­se und ver­gleich­ba­re Unter­neh­men soll­ten daher die Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten ent­fal­len, teil­te der Ver­band auf Anfra­ge der Zei­tung mit.

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