Ber­lin: Pres­se­frei­heit in Deutsch­land etwas verbessert

Ausschreitungen - Protest - Demonstration - 30. August 2018 - Chemnitz Foto: Proteste in Chemnitz am 30.08.2018, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Pres­se­frei­heit in Deutsch­land hat sich im letz­ten Jahr im inter­na­tio­na­len Ver­gleich etwas verbessert.

Das geht aus der „Rang­lis­te der Pres­se­frei­heit” her­vor, die „Repor­ter ohne Gren­zen” am Diens­tag ver­öf­fent­licht. Welt­weit habe sich Deutsch­land um zwei Plät­ze vom 13. auf den 11. Rang vor­ge­ar­bei­tet, heißt es dar­in. Grund sei, dass es 2019 kei­ne Pro­tes­te wie im Spät­som­mer 2018 in Chem­nitz oder Köthen gege­ben habe, wo „Lügen­pres­se” geru­fen und ver­ein­zelt auch auf Jour­na­lis­ten los­ge­gan­gen wur­de. 2019 wur­den nur noch 13 tät­li­che Angrif­fe auf Medi­en­schaf­fen­de gezählt, 2018 waren es min­des­tens 22.

Bedenk­lich sei­en aber Geset­zes­in­itia­ti­ven, um die Nut­zung von Ver­schlüs­se­lungs- und Anony­mi­sie­rungs­diens­ten zu kri­mi­na­li­sie­ren oder deut­sche Geheim­diens­te ohne rich­ter­li­che Anord­nung zum Hacken und Aus­for­schen von Com­pu­tern, Ser­vern und Smart­phones zu ermäch­ti­gen – wovon auch Jour­na­lis­ten betrof­fen sein könn­ten. Sol­che Geset­ze wür­den den Infor­man­ten- und Quel­len­schutz weit­ge­hend aus­höh­len, so „Repor­ter ohne Grenzen”.

An der Spit­ze der Rang­lis­te der Pres­se­frei­heit steht zum vier­ten Mal in Fol­ge Nor­we­gen, den zwei­ten Rang nimmt unver­än­dert Finn­land ein. Däne­mark rückt auf den drit­ten Rang vor (+2) und lässt damit Schwe­den (4, ‑1) und die Nie­der­lan­de (5, ‑1) hin­ter sich, wo Jour­na­lis­ten nach ROG-Anga­ben zuneh­men­den Online-Schi­ka­nen aus­ge­setzt sind. Am unte­ren Ende der Rang­lis­te ste­hen wie in den Vor­jah­ren Nord­ko­rea, Turk­me­ni­stan und Eri­trea, wo kei­ner­lei unab­hän­gi­ge Bericht­erstat­tung erlaubt ist.

Die größ­ten Auf­stei­ger sind Malay­sia (Rang 101, +22 Plät­ze) und die Male­di­ven (79, +19), wo demo­kra­ti­sche Regie­rungs­wech­sel deut­li­che Locke­run­gen für Medi­en­schaf­fen­de zur Fol­ge gehabt hät­ten, so ROG. Am stärks­ten ver­schlech­tert hat sich die Lage dem­nach in Hai­ti (Rang 83, ‑21), wo bei gewalt­tä­ti­gen Pro­tes­ten immer wie­der Repor­ter ange­grif­fen wer­den. Auch auf den Komo­ren (75, ‑19) und in Ben­in (113, ‑17) hät­ten poli­ti­sche Span­nun­gen zu einem Anstieg von Zen­sur, Schi­ka­nen und Repres­sa­li­en geführt, so „Repor­ter ohne Grenzen”.