Ber­lin: Tier­wohl­ab­ga­be könn­te gegen Ver­fas­sung verstoßen

Hausrind - Kuh - Eurasische Auerochsen - HornträgerFoto: Sicht auf eine Kuh im Stall, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die viel­fach gefor­der­te Tier­wohl­ab­ga­be auf Fleisch zum Umbau der Tier­hal­tung könn­te an ver­fas­sungs­recht­li­chen Fra­gen scheitern.

Das zeigt ein Gut­ach­ten des Wis­sen­schaft­li­chen Diens­tes des Bun­des­ta­ges im Auf­trag der FDP-Frak­ti­on, über wel­ches die „Neue Osna­brü­cker Zei­tung” berich­tet. Dar­in mel­den die Autoren „ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken” an einem Modell an, wel­ches Kun­den im Super­markt pau­schal zur Kas­se bittet.

Die Gut­ach­ter schrei­ben: „Damit wür­de die Grup­pe der Abga­be­pflich­ti­gen aus meh­re­ren Mil­lio­nen Fleisch­kon­su­men­ten bestehen.” Weder kön­ne bei die­sem gro­ßen Kreis von einem „ein­heit­li­chen Grup­pen­in­ter­es­se aus­ge­gan­gen wer­den”, noch bestün­de eine „spe­zi­fi­sche Grup­pen­ver­ant­wor­tung der Fleisch­kon­su­men­ten für die […] Ver­bes­se­rung der Hal­tungs­be­din­gun­gen bei Nutz­tie­ren”. Die­se Ver­ant­wor­tung lie­ge zunächst bei den Bau­ern und beim Einzelhandel.

Die Autoren schrei­ben von feh­len­der „Grup­pen­ho­mo­ge­ni­tät” und „Grup­pen­ver­ant­wor­tung”. Bei­de sei­en aber aus juris­ti­scher Sicht not­wen­dig. Statt­des­sen schla­gen die Autoren eine „Len­kungs­son­der­ab­ga­be” vor: Durch die „wür­den art­ge­rech­te Hal­tungs­for­men abseits der Mas­sen­tier­hal­tung gar nicht oder mit einer gerin­ge­ren Abga­be belas­tet als Fleisch aus der Mas­sen­tier­hal­tung”, schrei­ben die Autoren.

Die Libe­ra­len sehen sich in ihrer Kri­tik an einer Tier­wohl­ab­ga­be bestä­tigt. FDP-Frak­ti­ons­vi­ze Frank Sit­ta sag­te der NOZ, die von Bun­des­agrar­mi­nis­te­rin Julia Klöck­ner (CDU) favo­ri­sier­te Abga­be habe kei­ne Aus­sicht auf Erfolg. „Wer Tier­wohl will, muss dazu ermun­tert wer­den, schließ­lich auch an der Laden­the­ke dafür zu zah­len.” Ein Umbau der Tier­hal­tung hin zu bes­se­ren Bedin­gun­gen in Stäl­len wer­de „nur über den Markt gelin­gen”, so Sitta.

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