Bio­n­tech: Ugur Sahin plä­diert für erneu­ten har­ten Lockdown

BioNTech SE - Forschungsinstitut - An der Goldgrube - MainzFoto: Forschungsinstitut BioNTech SE auf der An der Goldgrube (Mainz), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Grün­der des Main­zer Phar­ma­un­ter­neh­mens Bio­n­tech, Ugur Sahin, plä­diert für einen har­ten Lockdown.

Die gro­ße Her­aus­for­de­rung der nächs­ten Wochen und even­tu­ell auch der nächs­ten drei bis vier Mona­te wer­de es sein, die Infek­ti­ons­zah­len so nied­rig wie mög­lich zu hal­ten, sag­te er der RTL/n‑tv-Redak­ti­on. Ob die­ser Som­mer so wer­den wird, wie der ver­gan­ge­ne, sei die gro­ße Unbe­kann­te. Stei­gen­de Tem­pe­ra­tu­ren könn­ten zwar zu einem Rück­gang der Infek­tio­nen füh­ren, doch blie­ben die­se aus, benö­ti­ge man die Umset­zung eines har­ten Lock­downs. „Wir sind lei­der mit den Infek­ti­ons­zah­len in Euro­pa und auch in Deutsch­land schon so weit, dass wir nicht mehr län­ger war­ten kön­nen, bis man strik­te­re Maß­nah­men ein­führt. Wenn wir da kei­ne Trend­wen­de sehen, müs­sen wir noch­mal in einen star­ken Lock­down rein­ge­hen”, sag­te Sahin der RTL/n‑tv-Redak­ti­on.

Den­noch gebe es Grund zur Hoff­nung: „In der Zwi­schen­zeit wer­den wir sehr vie­le Impf­do­sen nach Euro­pa lie­fern. Wir rech­nen damit, dass wir ab Ende Mai auch einen Impf­ef­fekt sehen wer­den”. Soll­ten alle Par­tei­en Impf­stof­fe lie­fern und die Imp­fun­gen gut vor­an­ge­hen, kön­ne man zum Ende des Som­mers wie­der in eine Nor­ma­li­tät rein­kom­men und im Win­ter einen erneu­ten Lock­down vermeiden.

Außer­dem wer­de die Ver­füg­bar­keit von Impf­stof­fen sehr stark anstei­gen: „Allein wir wer­den in den nächs­ten Wochen und Mona­ten drei- bis vier­mal pro Woche mehr lie­fern, als wir bis­her gelie­fert haben. Und es kom­men ja auch Impf­stof­fe dazu”, sag­te Sahin.

Im Hin­blick auf die Impf­stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung emp­fiehlt er Prag­ma­tis­mus. So sol­le man kei­nen Impf­stoff für die zwei­te Imp­fung zurück­le­gen. „Ich schät­ze, das Risi­ko, dass Impf­stof­fe jetzt nicht gelie­fert wer­den und die zwei­te Imp­fung bei Men­schen auf­ge­scho­ben wer­den muss, als gering ein. Man soll­te alle Impf­stof­fe, die man hat, mög­lichst schnell ver­imp­fen. Auch im Ver­trau­en dar­auf, dass neue Impf­stof­fe wöchent­lich gelie­fert werden”.

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