Bun­des­netz­agen­tur: Wind­ener­gie-Aus­bau im Nor­den stär­ker einschränken

Windkraftanlage - Windenergieanlage - Strom - Wind - HimmelFoto: Windradanlage für Stromerzeugung, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Bun­des­netz­agen­tur will das Errich­ten neu­er Wind­rä­der in Nord­deutsch­land stär­ker einschränken.

Das geht aus dem Ent­wurf einer Ver­ord­nung zur Revi­si­on der Bestim­mun­gen für das soge­nann­te Netz­aus­bau­ge­biet her­vor, über den das „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” berich­tet. Für Ham­burg, Bre­men, Schles­wig-Hol­stein, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und den Nord­wes­ten Nie­der­sach­sen ist der Aus­bau, der über Aus­schrei­bun­gen gesteu­ert wird, bis­lang auf eine Gesamt­leis­tung von 902 Mega­watt pro Jahr gedeckelt.

Die Ver­ord­nung läuft Ende des Jah­res aus. Geplant ist nun, vom 01. Janu­ar 2020 an die zuläs­si­ge Höchst­men­ge auf 786 Mega­watt zu redu­zie­ren. Zudem ist geplant, dass das Netz­aus­bau­ge­biet auf ganz Nie­der­sach­sen aus­ge­wei­tet wird. Dafür sol­len die Restrik­tio­nen für Meck­len­burg-Vor­pom­mern kom­plett wegfallen.

Mit der Ein­rich­tung des Netz­aus­bau­ge­bie­tes hat die Bun­des­re­gie­rung den Wind­ener­gie-Aus­bau im Nor­den gebremst, um eine Über­las­tung der Strom­net­ze zu ver­hin­dern, die die elek­tri­sche Ener­gie nach Süden transportieren.

In dem neu­en Papier der BnetzA heißt es zu den aktu­el­len Plä­nen: „Die Begren­zung der Aus­schrei­bungs­men­gen im Netz­aus­bau­ge­biet ist vor­über­ge­hend und dient dazu, Netz­eng­päs­se nicht zusätz­lich zu ver­schär­fen” – bis die­se durch den Aus­bau der Net­ze beho­ben seien.

Julia Ver­lin­den, Ener­gie­ex­per­tin in der Grü­nen im Bun­des­tag, sag­te mit Blick auf die vor­ge­schla­ge­ne Aus­wei­tung des Netz­aus­bau­ge­biets auf ganz Nie­der­sach­sen: „Wenn die Regie­rung die­sem aber­wit­zi­gen Vor­schlag folgt, lähmt sie das ent­schei­den­de Kraft­zen­trum der Ener­gie­wen­de im Nor­den.” Die „wah­ren Netz­ver­stop­fer” im Nor­den sei­en unfle­xi­ble Koh­le- und Atom­kraft­wer­ke. Die­se Anla­gen führ­ten zur „Zwangs­ab­schal­tung von Wind­ener­gie­an­la­gen”, sag­te Ver­lin­den dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutschland”.

Die Regie­rung müs­se end­lich mit dem Koh­le­aus­stieg begin­nen und die Atom­kraft­wer­ke so schnell wie mög­lich vom Netz neh­men. Der Aus­bau der Wind­ener­gie ist in den ers­ten sechs Mona­ten 2019 nach Berech­nun­gen der Bera­tungs­fir­ma Deut­sche Wind-Guard um 82 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr zurückgegangen.

Haupt­ur­sa­che für den Ein­bruch ist ein Geneh­mi­gungs­stau bei den Behör­den. Fer­ner lau­fen gegen vie­le Vor­ha­ben Kla­gen. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er (CDU) hat für Sep­tem­ber ein Kri­sen­tref­fen unter ande­rem mit Ver­tre­tern der Wind­ener­gie­bran­che sowie der Bun­des­län­der angekündigt.

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