CDU: Chris­ti­ne Lam­brecht will Stal­king-Gesetz ausweiten

Tastatur - Hände - Finger - Notebook - Laptop - TastenFoto: Sicht auf eine Tastatur, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht hat einen Gesetz­ent­wurf zur effek­ti­ve­ren Bekämp­fung von Stal­king vorgelegt.

„Stal­king ist für Betrof­fe­ne oft schreck­li­cher Psy­cho­ter­ror – mit trau­ma­ti­schen Fol­gen. Stal­ker ver­fol­gen, beläs­ti­gen und bedro­hen Men­schen oft Tag und Nacht, und das über lan­ge Zeit”, sag­te sie am Diens­tag. Die Über­grif­fe reich­ten bis hin zu kör­per­li­cher und sexua­li­sier­ter Gewalt. „Ich möch­te die Betrof­fe­nen bes­ser schüt­zen. Es müs­sen mehr Stal­king-Fäl­le vor Gericht kom­men und die Täter kon­se­quent zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den”, so die Sozialdemokratin.

Der Straf­tat­be­stand der Nach­stel­lung habe bis­her zu hohe Hür­den. „Der Straf­tat­be­stand greift bis­her nur bei beharr­li­chem Täter­ver­hal­ten und schwer­wie­gen­den Ein­grif­fen in das Leben der Betrof­fe­nen. Ich möch­te die Anwen­dung der Straf­vor­schrift erleich­tern und die Straf­bar­keits­schwel­len sen­ken”, so die Minis­te­rin. Auch im Netz und über Apps wür­den Men­schen immer wie­der aus­ge­forscht und ein­ge­schüch­tert, fal­sche Iden­ti­tä­ten vor­ge­täuscht und Betrof­fe­ne dif­fa­miert. „Auch die­se Taten möch­ten wir aus­drück­lich als digi­ta­les Stal­king unter Stra­fe stel­len”, sag­te Lambrecht.

Stal­king rich­tet sich meist gegen Frau­en, sel­te­ner aber auch gegen Män­ner. Nach wis­sen­schaft­li­chen Unter­su­chun­gen wer­den elf Pro­zent der Bevöl­ke­rung min­des­tens ein­mal im Leben Opfer von Stal­kern, heißt es in der einer Mit­tei­lung des Jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Nach­ge­wie­sen wer­den muss der­zeit ein „beharr­li­ches” Nach­stel­lungs­ver­hal­ten, das geeig­net ist, die Lebens­ge­stal­tung des Opfers „schwer­wie­gend” zu beein­träch­ti­gen. Die­se Hür­den sol­len abge­senkt wer­den. Im Geset­zes­text soll das Wort „beharr­lich” durch „wie­der­holt” und das Wort „schwer­wie­gend” durch „nicht uner­heb­lich” ersetzt wer­den. Der Straf­rah­men soll wei­ter eine Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe vorsehen.

Zugleich soll der Gesetz­ent­wurf aber eine Neu­re­ge­lung für beson­ders schwe­re Fäl­le vor­se­hen, bei denen eine Frei­heits­stra­fe von bis zu fünf Jah­ren aus­ge­spro­chen wer­den kann. Hier­zu sol­len u.a. Fäl­le von Nach­stel­lun­gen über lan­ge Zeit­räu­me oder Taten gehö­ren, durch die der Täter eine Gesund­heits­schä­di­gung des Opfers oder einer dem Opfer nahe­ste­hen­den Per­son verursacht.

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