Coro­na-Warn-App: Öko­no­men zwei­feln an Wirk­sam­keit der App

Corona-Warn-App - Kontaktverfolgung - Infizierung - Smartphone - Android Foto: Corona-Warn-App vom Robert Koch-Institut, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Öko­no­men zwei­feln an der bis­he­ri­gen Wirk­sam­keit der neu­en Corona-Warn-App.

„Damit die Coro­na-Warn-App wirk­lich etwas bringt, soll­te sich die Zahl der Down­loads ver­dop­peln”, sag­te Gert Wag­ner, Mit­glied des Sach­ver­stän­di­gen­rats für Ver­brau­cher­fra­gen, der „Welt am Sonn­tag”. Dann sei man auf eine zwei­te Wel­le viel bes­ser vorbereitet.

Bis­her gibt es über 17 Mil­lio­nen Down­loads. Wie­vie­le Men­schen die App auch nut­zen, ist unge­wiss, eben­so ob die­sel­ben Per­so­nen die App womög­lich mehr­fach her­un­ter­ge­la­den haben. „Rein rech­ne­risch liegt bei einem Kon­takt eines Infi­zier­ten mit einem Unbe­kann­ten die Wahr­schein­lich­keit, dass bei­de Per­so­nen die App haben, bei sechs Pro­zent”, rech­net Wag­ner vor. Und auch wenn sich die Zahl der Nut­zer ver­dop­peln wür­de, sei deren Ein­fluss begrenzt: Nur 25 Pro­zent der Infek­tio­nen wür­den so auf­ge­deckt. Vor­aus­ge­setzt, dass alle Betrof­fe­nen sich über die App auch melden.

Laut den Berech­nun­gen von Vero­ni­ka Grimm, Mit­glied im Sach­ver­stän­di­gen­rat zur Begut­ach­tung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, ist eine Kon­takt­ver­fol­gung über Apps erst dann ohne wei­te­re Maß­nah­men erfolg­ver­spre­chend, wenn 80 Pro­zent der Bevöl­ke­rung die Anwen­dung wirk­lich nut­zen. „Dahin kön­nen wir mit einer frei­wil­li­gen Lösung nicht kom­men”, so Grimm. Aktu­ell ist nicht nur die Ver­wen­dung der App frei­wil­lig, son­dern auch die Mel­dung einer Coro­na-Infek­ti­on. Die Men­schen müss­ten ver­ste­hen, dass eine feh­len­de War­nung durch die App nicht bedeu­tet, dass sie kei­nem Risi­ko aus­ge­setzt waren. „Der Nut­zungs­grad der App ist schlicht zu nied­rig, um die­se Schluss­fol­ge­rung zu erlau­ben”, erklär­te Grimm.