Coro­na­vi­rus: Min­des­tens 423 Bun­des­po­li­zis­ten im Dienst infiziert

Bundespolizisten - Bundespolizei - Bahnsteig - Köln HauptbahnhofFoto: Bundespolizisten am Bahnsteig des Kölner Hauptbahnhofs, Urheber: Bundespolizei Köln

Allein bei der Bun­des­po­li­zei haben sich seit Früh­jahr ver­gan­ge­nen Jah­res 423 Poli­zis­ten im Dienst mit Coro­na infiziert.

Das geht aus der Ant­wort des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf eine schrift­li­che Fra­ge der FDP her­vor, über wel­che die „Neue Osna­brü­cker Zei­tung” berich­tet. Nach Anga­ben der Gewerk­schaft der Poli­zei sind von den ins­ge­samt 50.000 Bun­des­po­li­zis­ten aktu­ell etwa 0,9 Pro­zent infi­ziert. Bun­des­po­li­zis­ten haben in Zei­ten des har­ten Lock­downs ein hohes Infek­ti­ons­ri­si­ko, weil sie etwa Mas­ken­ver­wei­ge­rer kon­trol­lie­ren und bei Ein­sät­zen immer wie­der mit Geg­nern von Coro­na-Maß­nah­men direk­ten Kör­per­kon­takt haben.

Wie das Minis­te­ri­um schreibt, wur­de kei­ne die­ser Erkran­kun­gen als Dienst­un­fall gewer­tet. Von die­ser Ein­stu­fung hän­gen aller­dings Pen­si­ons­an­sprü­che der Beam­ten ab, des­halb for­dert die GdP grund­sätz­lich eine sol­che Aner­ken­nung. Auch der innen­po­li­ti­sche Spre­cher der FDP-Bun­des­tags­frak­ti­on, Kon­stan­tin Kuh­le, der die Anfra­ge gestellt hat­te, ver­lang­te Rechts­si­cher­heit für im Dienst erkrank­te Poli­zis­ten: „Wenn ein Beam­ter an Covid-19 erkrankt, muss er dem Dienst­herrn bis­her nach­wei­sen, dass er sich im Dienst infi­ziert hat. Das dürf­te nahe­zu unmög­lich sein”. Kuh­le sag­te wei­ter: „Außer­dem soll­ten Bund und Län­der die Test­mög­lich­kei­ten für die Poli­zei aus­wei­ten, damit es nicht zu gegen­sei­ti­gen Anste­ckun­gen kommt”.

Ange­sichts der ver­schärf­ten Coro­na-Auf­la­gen for­dert die GdP, Poli­zis­ten schnel­ler als bis­her geplant zu imp­fen. „Wir müs­sen bei Ein­sät­zen vor Ort den Kopf hin­hal­ten und brau­chen dafür gesun­de Ein­satz­kräf­te”, sag­te der GdP-Vor­sit­zen­de für den Bereich Bun­des­po­li­zei, Andre­as Roß­kopf, der NOZ. Poli­zis­ten stün­den genau­so wie Pfle­ge­kräf­te in direk­tem Kon­takt mit vie­len Men­schen: „Des­halb müs­sen wir mit dem Pfle­ge­per­so­nal gleich­ge­stellt wer­den”. Laut Prio­ri­sie­rungs­lis­te der Regie­rung befin­den sich Poli­zis­ten bei der Ein­stu­fung der Berufs­grup­pen in einer hin­te­ren Kate­go­rie bei der Impf-Rei­hen­fol­ge (Stu­fe 3). „Das ist uns unver­ständ­lich”, sag­te Roßkopf.

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