Desta­tis: Deut­sche unter­schät­zen ihre Lebenserwartung

Blumen - Sitzbank - Wiese - Baum - Junge Frau - Älterer MannFoto: Ein älterer Mann und eine junge Frau auf einer Bank, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Eine Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts For­sa ergab, dass vie­le Men­schen in Deutsch­land ihre eige­ne Lebens­er­war­tung unterschätzen. 

Die Umfra­ge wur­de im Auf­trag des Gesamt­ver­ban­des der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) gestar­tet, über wel­che die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” (Don­ners­tags­aus­ga­ben) berich­ten.  Dem­nach gehen die Befrag­ten davon aus, dass sie im Schnitt etwa 83 Jah­re alt werden.

„Frau­en schät­zen ihre Lebens­er­war­tung eher etwas höher, Män­ner etwas nied­ri­ger ein”, heißt es in der Stu­die. Die Befrag­ten rech­nen ins­ge­samt damit, ein Alter von durch­schnitt­lich 82,8 Jah­ren zu errei­chen. Legt man jedoch die Ster­be­ta­feln des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes (Desta­tis) zugrun­de, kön­nen sie erwar­ten, im Schnitt 87,7 Jah­re zu wer­den. Die Dif­fe­renz beträgt 4,9 Jahre.

Laut der Stu­die fällt es Jün­ge­ren schwe­rer, ihre sta­tis­ti­sche Lebens­zeit zu bestim­men. 18- bis 29-Jäh­ri­ge unter­schät­zen ihre Lebens­er­war­tung um im Schnitt 6,9 Jah­re. Laut Ster­be­ta­fel ist für die­se Alters­grup­pe von einer rea­len Lebens­er­war­tung von durch­schnitt­lich 89,6 Jah­ren Pro­zent aus­zu­ge­hen. 30- bis 39-Jäh­ri­ge unter­schät­zen ihre Lebens­er­war­tung eben­falls über­pro­por­tio­nal häu­fig – und zwar im Schnitt um 5,4 Jahre.

Laut GDV liegt die Ursa­che dafür, dass die eige­ne Lebens­er­war­tung viel­fach unter­schätzt wird, in falsch gewähl­ten Refe­renz­punk­ten. Fast jeder Zwei­te, der für die Unter­su­chung befragt wur­de, ori­en­tiert sich bei sei­ner Selbst­ein­schät­zung am Alter der Eltern, 39 Pro­zent bli­cken auf die Lebens­dau­er der Groß­el­tern. Ledig­lich 26 Pro­zent rich­ten sich nach offi­zi­el­len Sta­tis­ti­ken. „Jede Genera­ti­on lebt im Schnitt etwa fünf Jah­re län­ger als die vor­he­ri­ge”, sag­te GDV-Geschäfts­füh­rer Peter Schwark den Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutschland”.

Der Ver­band for­dert eine bes­se­re Auf­klä­rung der Ver­brau­cher. „Wir set­zen uns dafür ein, dass die Lebens­er­war­tung in der geplan­ten Online-Ren­ten­in­for­ma­ti­on mit aus­ge­wie­sen wird”, so der GDV-Geschäfts­füh­rer wei­ter. Wer sei­ne sta­tis­ti­sche Lebens­er­war­tung nicht ken­ne, „sorgt womög­lich nicht aus­rei­chend vor”. Für die Erhe­bung befrag­te For­sa im Auf­trag des Gesamt­ver­ban­des der Deut­schen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft Ende Juli ins­ge­samt 1.017 Per­so­nen ab 18 Jahren.

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