Desta­tis: Immer mehr Rent­ner zah­len Einkommensteuer

Rentner - Senioren - Rollstuhl - Gebäude - Straße - Mann - FrauFoto: Senioren mit Rollstuhl, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Immer mehr Rent­ner in Deutsch­land zah­len Ein­kom­men­steu­er. Das teil­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt am Don­ners­tag mit.

Dem­nach zähl­ten im Jahr 2020 knapp 64 Pro­zent der Ren­ten­leis­tun­gen zu den steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­ten (217 Mil­li­ar­den Euro). Seit 2015 leg­te der durch­schnitt­li­che Besteue­rungs­an­teil damit um mehr als acht Pro­zent­punk­te zu. Ins­ge­samt erhiel­ten in Deutsch­land im ver­gan­ge­nen Jahr 21,8 Mil­lio­nen Per­so­nen Leis­tun­gen in Höhe von 341 Mil­li­ar­den Euro aus gesetz­li­cher, pri­va­ter oder betrieb­li­cher Ren­te. Das waren rund 0,7 Pro­zent oder 146.000 Ren­ten­emp­fän­ger mehr als im Vor­jahr. Die Höhe der gezahl­ten Ren­ten stieg im glei­chen Zeit­raum um 4,1 Pro­zent oder 13,5 Mil­li­ar­den Euro.

Ursa­che für den Anstieg des durch­schnitt­li­chen Besteue­rungs­an­teils ist die Neu­re­ge­lung der Besteue­rung von Alters­ein­künf­ten im Alters­ein­künf­te­ge­setz von 2005. Kern­ele­ment ist dabei der Über­gang von einer vor­ge­la­ger­ten zu einer nach­ge­la­ger­ten Besteue­rung der gesetz­li­chen Ren­ten bis zum Jahr 2040. Dem­nach wer­den die Auf­wen­dun­gen zur Alters­si­che­rung in der Anspar­pha­se schritt­wei­se steu­er­frei gestellt und erst die Leis­tun­gen in der Aus­zah­lungs­pha­se steu­er­lich belastet.

Wel­cher Anteil der Ren­ten­ein­künf­te steu­er­pflich­tig ist, rich­tet sich nach dem Jahr des Ren­ten­be­ginns: Je spä­ter der Ren­ten­be­ginn, des­to höher ist der besteu­er­te Anteil der Ren­ten­ein­künf­te. Die­se Über­gangs­re­ge­lung ist Grund­la­ge steu­er­recht­li­cher Dis­kus­sio­nen um eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Dop­pel­be­steue­rung von Ren­ten­ein­künf­ten. Am 31. Mai 2021 hat­te der Bun­des­fi­nanz­hof hier­zu Berech­nungs­grund­la­gen fest­ge­legt, aus denen sich ergibt, dass spä­te­re Rent­ner­jahr­gän­ge von einer dop­pel­ten Besteue­rung ihrer Ren­ten betrof­fen sein dürf­ten. Eine Steu­er­re­form wird in der kom­men­den Legis­la­tur­pe­ri­ode erwartet.

Wie vie­le Rent­ner Ein­kom­men­steu­er zah­len, ist auf­grund der lan­gen Fris­ten zur Steu­er­ver­an­la­gung für 2020 noch nicht bekannt. Aktu­ells­te Infor­ma­tio­nen zur Ren­ten­be­steue­rung lie­gen für das Jahr 2017 vor. Dem­nach muss­ten 32 Pro­zent oder 6,8 Mil­lio­nen der ins­ge­samt 21,4 Mil­lio­nen Ren­ten­emp­fän­ger Ein­kom­men­steu­er auf ihre Ren­ten­ein­künf­te zah­len. Im Ver­gleich zu 2016 stieg der Anteil um knapp drei Pro­zent­punk­te bezie­hungs­wei­se 516.000 Per­so­nen. Bei knapp 90 Pro­zent der steu­er­be­las­te­ten Ren­ten­emp­fän­ger – hier­zu zäh­len auch hin­ter­blie­be­ne Ehe­leu­te und Kin­der – lie­gen neben den Ren­ten noch ande­re Ein­künf­te vor. Bei zusam­men ver­an­lag­ten Ehe­paa­ren kön­nen das auch Ein­künf­te der Part­ne­rin oder des Part­ners sein, die für die Besteue­rung zusam­men­ge­rech­net werden.

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.