Deut­sche Bahn: DB Car­go setzt auf Übernacht-Expresszüge

Signalleuchten - Lampen - Eisenbahn - Zugschlusssignal - AmpelnFoto: Signalleuchten der Deutschen Bahn, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Sig­rid Nikut­ta will die Güter­ver­kehrs­spar­te der Deut­schen Bahn zum wich­tigs­ten Bahn­lo­gis­tik-Unter­neh­men in Euro­pa machen.

„Der Kun­de braucht künf­tig nur noch uns. Wir orga­ni­sie­ren die gesam­te Logis­tik­ket­te”, sag­te Nikut­ta den Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” (Sams­tags­aus­ga­ben). Wobei es kei­ne Rol­le mehr spie­le, ob die Stand­or­te der Unter­neh­men Gleis­an­schlüs­se haben. „Ein Kern­ele­ment in dem Ange­bot sind unse­re Express­zü­ge.” Ziel sei, die hie­si­gen Wirt­schafts­zen­tren mit Trans­por­ten über Nacht auf kur­zem Weg direkt mit­ein­an­der zu verbinden.

Als Pilot­pro­jekt hat die Bahn damit zwi­schen Ham­burg und Köln begon­nen. „Abends über­neh­men wir die Güter in Ham­burg, am nächs­ten Mor­gen ist der Wagen in Köln”, so die Mana­ge­rin. Die Trans­port­auf­trä­ge sol­len die Kun­den kurz­fris­tig online buchen kön­nen. Nach Ham­burg-Köln sol­len im Früh­jahr und Som­mer 2021 bis zu sie­ben wei­te­re Schnell­ver­bin­dun­gen zwi­schen gro­ßen Städ­ten ein­ge­rich­tet wer­den: Ham­burg-Ber­lin, Ham­burg-Mann­heim, Köln-Ber­lin, Köln-Mün­chen, Mann­heim-Mün­chen, Ham­burg-Stutt­gart und Bre­men-Stutt­gart. „Wir knüp­fen ein regel­rech­tes Express­zug-Netz­werk”, so Nikutta.

Mit dem neu­en Ange­bot könn­ten auch mehr Kon­sum­gü­ter wie Kos­me­tik­pro­duk­te und Hygie­ne­ar­ti­kel oder Möbel über die Schie­ne zu den Händ­lern gebracht wer­den. Ein ein­zi­ger Zug kön­ne bis zu 52 Lkw erset­zen, die dann nicht mehr auf die Auto­bahn kämen. „Jede Ton­ne Fracht, die wir so trans­por­tie­ren, spart 80 Pro­zent CO2 im Ver­gleich zum Straßenverkehr”.

Die DB-Car­go-Che­fin beklag­te, dass der­zeit die Kos­ten­be­las­tun­gen beim Güter­ver­kehr zwi­schen Stra­ße und Schie­ne „wirk­lich noch nicht fair” ver­teilt sei­en. „Hier gibt es Nach­hol­be­darf – da sind sich noch nicht alle einig. Aber das his­to­ri­sche Zeit­fens­ter für die Schie­ne ist jetzt”, sag­te Nikut­ta dem RND. Sie ist gleich­zei­tig fest davon über­zeugt, „dass pro­du­zie­ren­de Unter­neh­men künf­tig die gesam­te Wert­schöp­fungs­ket­te unter Nach­hal­tig­keits­ge­sichts­punk­ten auf­bau­en wer­den”. Und dann brau­che man auch kli­ma­freund­li­che Transporte.

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