Epi­de­mio­lo­ge: Coro­na-Schnell­tests öfter falsch-nega­tiv als PCR

Schild - Abklärungsstelle - Corona-Virus - Haus 2 - Berlin Foto: Abklärungsstelle des Coronavirus (Berlin), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Epi­de­mio­lo­ge Timo Ulrichs weist dar­auf hin, dass die Coro­na-Schnell­tests, auf die Deutsch­land seit die­ser Woche setzt, häu­fi­ger falsch-nega­ti­ve Ergeb­nis­se lie­fern als PCR-Tests.

„Die Sen­si­ti­vi­tät ist nied­ri­ger als die von einem PCR-Test, das heißt, es tre­ten mehr falsch-nega­ti­ve Ergeb­nis­se auf”, sag­te der Exper­te von der Akkon-Hoch­schu­le in Ber­lin dem Nach­rich­ten­por­tal Wat­son. „Die Spe­zi­fi­tät hin­ge­gen ist gut, das heißt, wenn der Test posi­tiv ist, dann han­delt es sich ziem­lich sicher um eine Coro­na­vi­rus-Infek­ti­on”, so der Epi­de­mio­lo­ge. Das Risi­ko, dass ein Ergeb­nis falsch-posi­tiv ist, sei dage­gen gering.

Der Anti­gen-Coro­na-Schnell­test ist Teil der neu­en Coro­na-Test­ver­ord­nung, die Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) am Mon­tag unter­schrie­ben hat und die am Don­ners­tag in Kraft trat. Der Vor­teil der neu­en Tests ist laut Ulrichs, dass das Ergeb­nis bereits nach weni­gen Minu­ten und vor Ort ables­bar ist. Trotz­dem sei die Anwend­bar­keit begrenzt, denn „die Pro­ben­nah­me soll­te nur von geschul­tem Per­so­nal vor­ge­nom­men wer­den, sonst tre­ten vie­le falsch-nega­ti­ve Test­ergeb­nis­se auf”.

Einen flä­chen­de­cken­den Ein­satz der Tests außer­halb von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, Kran­ken­häu­sern und Schu­len sieht der Epi­de­mio­lo­ge nicht: „Die Ver­füg­bar­keit wird bald aus­rei­chend sein, aller­dings nur für die oben genann­ten Berei­che und nicht als Mas­sen­tests für die gesam­te Bevöl­ke­rung. Dafür wären nicht genü­gend vor­han­den und das wäre auch zu teuer”.