GDL: Claus Weselsky kün­digt neu­en Streik bei der Bahn an

Frankfurt am Main - Hauptbahnhof - Bahnsteig - Gleis 15/16 - Deutsche Bahn - Intercity - TGV - SNCFFoto: Sicht auf den Bahnsteig 15/16 am Frankfurter Hauptbahnhof (Frankfurt am Main)

Mil­lio­nen Pend­ler und Rei­sen­de wer­den in Kür­ze von einem erneu­ten tage­lan­gen Still­stand im deut­schen Schie­nen­ver­kehr getroffen.

„Wir wer­den die Streiks aus­wei­ten”, sag­te GDL-Chef Claus Weselsky der „Süd­deut­schen Zei­tung” (Mitt­woch­aus­ga­be). Die Deut­sche Bahn kön­ne das nur noch mit einem raschen neu­en Tarif­an­ge­bot ver­hin­dern. Der Chef der Lok­füh­rer­ge­werk­schaft geht davon aller­dings nicht aus. „Ich erwar­te nicht, dass sich die Mana­ger auf den Rücken legen und sagen: Wir woll­ten dem Weselsky immer schon sei­ne Wün­sche erfüllen”.

Der GDL-Chef stellt damit auch klar, dass ein neu­er Streik län­ger dau­ern wird, als der 48-stün­di­ge in der ver­gan­ge­nen Woche. „Je län­ger wir strei­ken, des­to stär­ker ist die Reak­ti­on der Öffent­lich­keit. Wenn das Manage­ment meint, sie hal­ten den Frust der Bür­ger län­ger aus als die Mit­ar­bei­ter, dann sage ich ihnen: Sie ver­schät­zen sich”, sag­te Weselsky. Mög­lich erscheint ein erneu­tes mona­te­lan­ges Tau­zie­hen wie 2014 und 2015. Damals zwang die GDL die Bahn in meh­re­ren, sich über Mona­te stei­gern­den Streik­wel­len in die Knie. Auch Feri­en­rei­sen­de könn­te der nächs­te Arbeits­kampf här­ter treffen.

Hat­te die GDL beim ers­ten Streik ver­gan­ge­ne Woche den Wochen­end-Rei­se­ver­kehr noch geschont und die Züge wie­der fah­ren las­sen, will der GDL-Chef das nun nicht mehr garan­tie­ren. „Streiks am Wochen­en­de kann ich nicht aus­schlie­ßen”, sag­te Weselsky. „Je län­ger Streiks dau­ern, des­to schwie­ri­ger wird es, die Wochen­en­den aus­zu­neh­men”. Aller­dings wer­de sei­ne Gewerk­schaft Arbeits­nie­der­le­gun­gen etwas frü­her ankündigen.

Am kur­zen Vor­lauf von einem hal­ben Tag hat­te es zuletzt hef­ti­ge Kri­tik gege­ben. Die GDL kämpft in dem Tarif­streit mit der Bahn um höhe­re Gehäl­ter und bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen, aber auch um mehr Ein­fluss im Kon­zern. Auf kon­kre­te Anfra­ge der dts Nach­rich­ten­agen­tur vom Diens­tag­mor­gen, wann der nächs­te Streik ange­kün­digt wird, gab es bis zum Nach­mit­tag kei­ne kon­kre­te Ant­wort. Es sei­en bereits zahl­rei­che Pres­se­an­fra­gen die­ser Art ein­ge­gan­gen, sag­te eine Spre­che­rin in Frankfurt.

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.