GdW: Hans-Jür­gen Papier hält Mie­ten­de­ckel für verfassungswidrig

Kran - Dächer - Berlin-Kreuzberg - HäuserFoto: Sicht auf Baustellen und Dächer in Berlin Kreuzberg, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der vom Land Ber­lin geplan­te Mie­ten­de­ckel wäre ver­fas­sungs­wid­rig. Zu die­sem Schluss kommt der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, Hans-Jür­gen Papier, in einem Rechtsgutachten.

Das Rechts­gut­ach­ten geschah im Auf­trag des GdW Bun­des­ver­band deut­scher Woh­nungs- und Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men, über das die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Frei­tags­aus­ga­ben) berich­ten. Nach Ein­schät­zung Papiers besit­ze der Bund für das von ihm gere­gel­te sozia­le Miet­preis­recht eine Vollkompetenz.

„Lan­des­ver­fas­sungs­recht kann die grund­ge­setz­li­che Kom­pe­tenz­ver­tei­lung weder spren­gen noch zu deren Aus­le­gung etwas bei­tra­gen”, heißt es in dem Rechts­gut­ach­ten wei­ter. Der Bund hat unter ande­rem mit der 2015 ver­ab­schie­de­ten Miet­preis­brem­se und der Anwen­dung des Bestel­ler­prin­zips für Miet­woh­nun­gen von sei­nen Gesetz­ge­bungs­kom­pe­ten­zen beim sozia­len Miet­recht Gebrauch gemacht.

Die bun­des­po­li­tisch gere­gel­te Miet­preis­brem­se sieht unter ande­rem vor, dass in Gebie­ten mit einem Man­gel an bezahl­tem Wohn­raum die Mie­ten bin­nen drei Jah­re maxi­mal um 15 Pro­zent stei­gen dür­fen. Die­se Rege­lung wäre durch einen Mie­ten­de­ckel aber ausgehebelt.

Für Papier greift in die­sem Fall eine „Sperr­wir­kung” des Bun­des­rechts: „Die bun­des­staat­li­che Kom­pe­tenz­ord­nung ver­pflich­tet alle recht­set­zen­den Orga­ne, ihre Rege­lun­gen so auf­ein­an­der abzu­stim­men, dass die Rechts­ord­nung nicht auf­grund unter­schied­li­cher Anord­nun­gen wider­sprüch­lich wird”, heißt es in dem Rechts­gut­ach­ten, über das die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe berichten.

Dar­aus schluss­fol­gert der lang­jäh­ri­ge Ver­fas­sungs­ge­richts­prä­si­dent: „Die Län­der, somit auch der Lan­des­ge­setz­ge­ber von Ber­lin, ver­fü­gen nach dem Grund­ge­setz unter kei­nem recht­li­chen Gesichts­punkt über eine Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz zur Ein­füh­rung eines soge­nann­ten Mie­ten­de­ckels”, heißt es in dem Gut­ach­ten weiter.

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