Gebäudereiniger: Streit mit Ärzten um Impfstoff-Priorisierung

Sankt Agatha Krankenhaus - Eingang - Feldgärtenstraße - Köln-NippesFoto: Sicht auf den Eingang des St. Agatha Krankenhauses (Köln-Nippes)

Das deutsche Gebäudereiniger-Handwerk kritisiert Äußerungen der Ärzte zur Priorisierung bei der Verteilung der Impfstoffe.

Eine Stellungnahme des Virchowbundes, der die niedergelassenen Ärzte vertritt, sei „an Arroganz und Überheblichkeit kaum zu überbieten“, heißt es in einem Brief an den Virchowbund-Vorsitzenden Dirk Heinrich. Die „Welt“ berichtet über das Schreiben, das der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Bau verfasst hat.

Bereits Anfang Dezember protestierten niedergelassene Ärzte, nachdem erste Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts zur Impfstoff-Priorisierung bekannt worden waren. Dass einige der Kollegen auf die Stufe mit „moderatem Expositionsrisiko“ gestellt würden, sei „bizarr“, hieß es vom Virchowbund-Vorsitzenden Heinrich. „Sie teilen sich diese Einstufung mit dem Reinigungspersonal in Kliniken und Praxen“, setzte der Verbandschef zum Vergleich an. „Wir können nicht erkennen, was daran bizarr sein soll“, heißt es hingegen im Brief des Gebäudereiniger-Handwerks.

Die Mitarbeiter leisteten in Kliniken, Heimen und Praxen wichtige Arbeit. „Sie setzen sich täglich sehr hohen Gefahren aus, ohne dass sie eine akademische Ausbildung haben.“ Die Einlassung der Ärzte tauge eher als Beitrag für ein Satire-Magazin als zu einer vernünftigen Stellungnahme, schreiben Verband und Gewerkschaft. Am Freitag unterzeichnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine Verordnung, mit der die Reihenfolge bei der Impfung mit Covid-19-Impfstoffen geregelt werden soll. Bei seiner Verordnung orientierte sich Spahn an der Empfehlung der Stiko, die die Experten in der vergangenen Woche veröffentlichten.

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