Imp­fun­gen: Ver­bleib von über 11 Mil­lio­nen Impf­do­sen unklar

Impfstoff - Coronavirus - Softbox - LKW - Lieferung - Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen - Dezember 2020 - DüsseldorfFoto: Erster Impfstoff für NRW an der Staatskanzlei (Düsseldorf), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der ange­lie­fer­ten, aber zumin­dest nicht nach­weis­lich ver­spritz­ten Coro­na-Impf­do­sen erklimmt immer neue Höhen.

Zah­len des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums und des RKI vom Mon­tag zei­gen, dass die Dif­fe­renz zwi­schen Lie­fer­men­ge und Imp­fun­gen mitt­ler­wei­le 11,3 Mil­lio­nen Ein­hei­ten erreicht hat, so viel wie noch nie an einem Mon­tag. Im Wochen­ver­lauf schwankt die Zahl stets, in der letz­ten Woche zwi­schen 9,0 und 12,1 Mil­lio­nen, auch das ein bis­lang uner­reich­tes Niveau. Es ist unklar, ob die Impf­do­sen gehor­tet wer­den, ohne Nach­weis ver­impft oder weg­ge­wor­fen wur­den, oder ander­wei­tig abhan­den­ge­kom­men sind. 88,6 Mil­lio­nen Coro­na-Impf­do­sen wur­den aus­weis­lich der offi­zi­el­len Zah­len seit Beginn der Kam­pa­gne ange­lie­fert, aber nur 77,3 Mil­lio­nen ver­impft. Eini­ge der ver­impf­ten Dosen wur­den abseits der Her­stel­ler­emp­feh­lung zusätz­lich aus den Ampul­len gezo­gen – dadurch ist die unge­klär­te Dif­fe­renz tat­säch­lich noch größer.

Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um reagier­te am Mon­tag zunächst nicht auf eine Anfra­ge der dts Nach­rich­ten­agen­tur. In der Ver­gan­gen­heit beton­te Minis­ter Jens Spahn aber immer wie­der, dass alles mit rech­ten Din­gen zugin­ge und Impf­stoff weder sinn­los gehor­tet noch im gro­ßen Stil weg­ge­wor­fen wer­de. Viel­mehr befän­den sich die Impf­do­sen im Ver­tei­lungs­pro­zess und sei­en bereits ver­plant. Mit einer immer höher wer­den­den Zahl an mut­maß­lich gela­ger­ten Impf­do­sen bei gleich­blei­ben­den Impf­zah­len wach­sen hier­an aber Zweifel.

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