Impf­zen­tren: Alle Bun­des­län­der wol­len sie bald schließen

Impfzentrum - Schutzimpfung gegen COVID-19 - Coronavirus - Die Johanniter - Mitarbeiter - BrandenburgFoto: Impfzentrum gegen das Coronavirus (Brandenburg), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Mit dem Ende der Finan­zie­rung durch den Bund wol­len alle Bun­des­län­der den Betrieb ihrer Impf­zen­tren einstellen.

Das schrei­ben die Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” (Mitt­woch­aus­ga­ben) unter Beru­fung auf alle 16 Lan­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­en. Dem­nach wird vor­aus­sicht­lich kein Land sei­ne zen­tra­len Impf­stel­len über Ende Sep­tem­ber hin­aus auf eige­ne Kos­ten betrei­ben. Das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um in Thü­rin­gen teil­te auf RND-Anfra­ge mit: „Für die Zukunft set­zen wir nicht mehr allein auf das Netz an Impf­stel­len, son­dern schaf­fen mehr nied­rig­schwel­li­ge Ange­bo­te genau dort, wo vie­le Men­schen sind”.

In Thü­rin­gen gibt es ins­ge­samt 33 Impf­zen­tren, davon vier über­re­gio­na­le. Drei der vier über­re­gio­na­len Impf­zen­tren in Thü­rin­gen schlie­ßen bereits zum 31. August 2021. Aus Nord­rhein-West­fa­len hieß es: „Grund­sätz­lich soll nach der Schlie­ßung der Impf­zen­tren das Imp­fen von den Impf­zen­tren regel­haft in die Arzt­pra­xen über­ge­hen”. Die Imp­fun­gen könn­ten dann im Regel­ver­sor­gungs­sys­tem erfolgen.

Die Gesund­heits­mi­nis­ter­kon­fe­renz hat­te am 28. Juni 2021 eine Neu­aus­rich­tung der Natio­na­len Impf­stra­te­gie beschlos­sen. So soll­ten Impf­zen­tren geschlos­sen, in ihrer Anzahl oder Kapa­zi­tät redu­ziert und der Schwer­punkt auf mobi­le Impf­teams gesetzt wer­den. Die Bun­des­län­der soll­ten zudem sicher­stel­len, dass die Impf­ka­pa­zi­tä­ten in kur­zer Zeit wie­der hoch­ge­fah­ren wer­den kön­nen. Dazu teil­te etwa das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um in Schles­wig-Hol­stein dem RND mit: „In Schles­wig-Hol­stein wird die Aus­rüs­tung der Impf­zen­tren so ein­ge­la­gert, dass bei Bedarf kurz­fris­tig auch wie­der zusätz­li­che Impf­an­ge­bo­te rea­li­siert wer­den könn­ten”. Im Saar­land sol­len die Impf­zen­tren Saar­lou­is und Neun­kir­chen in einen „Stand-by-Modus” ver­setzt wer­den, so das zustän­di­ge Gesundheitsministerium.

Immer wie­der wur­de in den letz­ten Mona­ten Kri­tik an den hohen Kos­ten der Impf­zen­tren laut. Der Bund betei­ligt sich zur Hälf­te an den Kos­ten, die Finan­zie­rung wur­de in einer Ver­ord­nung des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums vom Mai 2021 gere­gelt und dort bis Ende Sep­tem­ber 2021 festgelegt.

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