NRW: Ärz­te wer­den nie­man­den zur Coro­na-Imp­fung zwingen

Spritzen - Impfstoff - Aufgezogen - Mann - SchutzkleidungFoto: Aufgezogene Spritzen in einer Schale, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Medi­zi­ner aus NRW distan­zie­ren sich von der Kri­tik des Chefs der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung an den Plä­nen für eine all­ge­mei­ne Impfpflicht.

„Nie­mand wird Men­schen gegen deren Wil­len eine Sprit­ze set­zen”, sag­te Hans-Albert Geh­le, Prä­si­dent der Ärz­te­kam­mer West­fa­len-Lip­pe, der „West­deut­schen All­ge­mei­nen Zei­tung” (Frei­tags­aus­ga­be). Das wäre Ärz­ten nicht zuzu­mu­ten, gegen den Wil­len ihrer Pati­en­ten zu han­deln. „Ein sol­cher ‘Impf­zwang‘ wird aber auch im poli­ti­schen Raum gar nicht dis­ku­tiert.” Unter „Impf­pflicht” kön­ne man auch Straf­ge­büh­ren wie in Öster­reich oder Ita­li­en ver­ste­hen. „Da wären Arzt­pra­xen nur dann betrof­fen, wenn es um ärzt­li­che Attes­te geht, war­um eine Imp­fung aus medi­zi­ni­schen Grün­den nicht mög­lich ist”, so Gehle.

KBV-Chef Andre­as Gas­sen hat­te der „Bild” gesagt: „Wir wer­den unse­ren Ärz­ten nicht zumu­ten, eine Impf­pflicht gegen den Wil­len der Pati­en­ten zu exe­ku­tie­ren.” Soll­te der Gesetz­ge­ber künf­tig bei Ableh­nung eines Impf­an­ge­bo­tes ein ver­pflich­ten­des medi­zi­ni­sches Bera­tungs­ge­spräch in einer Pra­xis vor­se­hen, kön­ne dies bei Men­schen, die wirk­lich Fra­gen und Sor­gen haben, sehr sinn­voll sein, sag­te Geh­le der WAZ, schränk­te aber ein: „Bei Anhän­gern von Ver­schwö­rungs­theo­rien und hart­nä­cki­gen Coro­na-Leug­nern brin­gen sol­che Bera­tungs­ge­sprä­che aller­dings nichts”.

Anke Rich­ter-Scheer, Vor­sit­zen­de des Haus­ärz­te­ver­ban­des West­fa­len-Lip­pe, sag­te der WAZ, es gehe bei der Impf­pflicht nicht dar­um, dass Ärz­te Men­schen gegen ihren Wil­len imp­fen: „Die Impf­pflicht ist ein poli­ti­sches Instru­ment, und es müs­sen poli­ti­sche Wege gefun­den wer­den, eine Impf­pflicht, soll­te sie kom­men, auch umzu­set­zen. Die Men­schen wer­den nicht von den Ärz­ten in die Pra­xen gezwungen”.

Oli­ver Fun­ken, Vor­sit­zen­der des Haus­ärz­te­ver­ban­des Nord­rhein, sag­te: „Wir imp­fen alle Impf­wil­li­gen. Gegen ihren Wil­len wer­den wir Pati­en­ten in den Pra­xen auch bei einer Impf­pflicht nicht imp­fen.” Dafür gebe es kei­ne gesetz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. „Die Umset­zung ist eine staat­li­che Auf­ga­be und muss somit also auch in den staat­lich betrie­be­nen Ein­rich­tun­gen, den Impf­zen­tren, stattfinden”.

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