Poli­tik: Bun­des­re­gie­rung will Flug­hä­fen bes­ser vor Droh­nen schützen

Flughafentower - Flughafen - Tower - Luftfahrt - Deutsche Flugsicherung - HimmelFoto: Sicht auf einen Flughafentower der Deutsche Flugsicherung, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Risi­ken durch Droh­nen im Flug­ver­kehr alar­mie­ren die Bun­des­re­gie­rung. Die Flug­ver­bots­zo­ne soll von 1,5 Kilo­me­tern auf über 18 Kilo­me­tern erwei­tert werden. 

Laut eines Berichts der „Süd­deut­schen Zei­tung” hat das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um die Deut­sche Flug­si­che­rung (DFS) in Lan­gen mit einem Akti­ons­plan zur Kon­trol­le und Abwehr von Droh­nen beauf­tragt. Die Behör­de, die den Flug­ver­kehr in Deutsch­land kon­trol­liert, soll eine „sys­te­ma­ti­sche Droh­nen­de­tek­ti­on” an Flug­hä­fen sicherstellen.

„Aus Sicht des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums stellt der Betrieb von unbe­mann­ten Flug­sys­te­men in Flug­platz­nä­he ein erheb­li­ches Risi­ko für die Sicher­heit des Flug­be­triebs dar”, erklärt die DFS auf Anfra­ge. Aus­schlag­ge­bend sei „die stei­gen­de Zahl der Droh­nen­sich­tun­gen in unmit­tel­ba­rer Umge­bung von Flug­hä­fen” und „jüngs­te Ereig­nis­se, bei denen unbe­mann­te Flug­sys­te­me den Ver­kehr an Flug­plät­zen zeit­wei­se sogar zum Erlie­gen gebracht haben”, erklär­te ein Sprecher.

Der Plan soll bis zum 30. Sep­tem­ber ste­hen. Geprüft wird den Anga­ben zufol­ge, ob sich eine 18 Kilo­me­ter gro­ße Ver­bots­zo­ne um Flug­hä­fen ein­rich­ten lässt. Ein Bereich bis 1.300 Meter Höhe könn­te dann von der Flug­si­che­rung kon­trol­liert wer­den. Bun­des- oder Lan­des­po­li­zei wären dafür ver­ant­wort­lich, Droh­nen in kri­ti­schen Situa­tio­nen vom Him­mel zu holen.

Offen ist noch, wer sol­che Ein­sät­ze bezahlt, so die Zei­tung wei­ter. Denn die Flug­hä­fen füh­len sich für der­ar­ti­ge Kor­ri­do­re über das eigent­li­che Gelän­de hin­aus nicht in ers­ter Linie verantwortlich.

Bis­lang dür­fen Droh­nen in einem Umkreis von 1,5 Kilo­me­ter um Flug­hä­fen nicht flie­gen. Nach Anga­ben der Flug­si­che­rung gefähr­den Droh­nen den­noch immer häu­fi­ger die Flug­si­cher­heit. 2018 wur­den 158 Fäl­le gemel­det, in denen sich Flug­zeug­pi­lo­ten von einer Droh­ne behin­dert fühl­ten – 80 Pro­zent mehr Vor­fäl­le als im Jahr zuvor. Doch die Kon­trol­le fällt schwer. Denn mit gän­gi­gen Radar­sys­tem des Flug­ver­kehr sind die klei­nen Gerä­te nicht aufzuspüren.

Auch ein Sys­tem zur Regis­trie­rung oder ein Funk­si­gnal, damit Behör­den schnell und elek­tro­nisch prü­fen kön­nen, zu wem sie gehö­ren, gibt es bis­lang nicht. Es geht des­halb bei dem Auf­trag auch um den Auf­bau einer neu­en Tech­no­lo­gie zur Droh­nen­über­wa­chung. „Gera­de für die Detek­ti­on unko­ope­ra­ti­ver Droh­nen muss eine zuver­läs­si­ge Tech­no­lo­gie beschafft wer­den”, die bis­lang am Markt noch nicht ver­füg­bar sei, erklärt die Flugsicherung.

Stu­di­en zufol­ge gibt es in Deutsch­land knapp 500.000 pri­va­te und kom­mer­zi­el­le Droh­nen. Vor­fäl­le an inter­na­tio­na­len Flug­hä­fen wie Frank­furt oder Lon­don-Gat­wick hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mona­ten den Flug­ver­kehr zeit­wei­se kom­plett zum Erlie­gen gebracht.

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