Poli­tik: Gabri­el sagt EU-Staa­ten hei­zen Bür­ger­krieg in Liby­en an

Sigmar Hartmut Gabriel - SPD - Politiker - Ex-AußenministerFoto: SPD-Politiker Sigmar Gabriel, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Ex-Außen­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el hat füh­ren­den euro­päi­schen Staa­ten vor­ge­wor­fen, den Bür­ger­krieg in Liby­en durch Unter­stüt­zung geg­ne­ri­scher Kriegs­par­tei­en anzu­hei­zen und zu verlängern.

Euro­pa mache sich „mit­schul­dig”, dass der Krieg kein Ende fin­de, sag­te Gabri­el dem ARD-Poli­tik­ma­ga­zin „Pan­ora­ma”. So trei­be Euro­pa auch die Flucht­be­we­gung über das Mit­tel­meer an.

Die Euro­päi­sche Uni­on schaf­fe „die Vor­aus­set­zung dafür, dass der Migra­ti­ons­druck grö­ßer wird”. Ins­be­son­de­re kri­ti­sier­te der SPD-Poli­ti­ker die fran­zö­si­sche Unter­stüt­zung des Rebel­len­füh­rers Gene­ral Cha­li­fa Haftar. „Offi­zi­ell” erken­ne Frank­reich zwar die von der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft als legi­tim betrach­te­te liby­sche Regie­rung von Minis­ter­prä­si­dent Fayiz as-Sarr­adsch an. „Tat­säch­lich” unter­stüt­ze Paris jedoch des­sen Haupt-Wider­sa­cher Haftar, der gera­de ver­su­che, in einem Krieg die Haupt­stadt Tri­po­lis zu erobern, so Gabriel.

Für die­se Unter­stüt­zung spre­che die Tat­sa­che, dass der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron den Rebel­len­chef mehr­fach in Paris emp­fan­gen habe. Wäh­rend sei­ner Amts­zeit als Außen­mi­nis­ter hat­te Gabri­el selbst die liby­sche Haupt­stadt besucht und Regie­rungs­chef Sarr­adsch deut­sche Unter­stüt­zung in Aus­sicht gestellt. Neben der Bun­des­re­gie­rung hält vor allem auch Ita­li­en im Liby­en-Kon­flikt zu Sarradsch.

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