Poli­tik: Kin­der vom Unter­halt pfle­ge­be­dürf­ti­ger Eltern befreien

Hubertus Heil - SPD-Politiker - BundesarbeitsministerFoto: Hubertus Heil, Bundesarbeitsminister (SPD), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Huber­tus Heil hat ange­kün­digt, Kin­der weit­ge­hend vom Unter­halt ihrer pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern befrei­en zu wollen.

„Bis­her konn­te es pas­sie­ren, dass sie zusätz­lich zu der per­sön­li­chen Belas­tung auch noch zur Kas­se gebe­ten wur­den. Mit dem Ange­hö­ri­gen-Ent­las­tungs­ge­setz ändern wir das”, sag­te Heil den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Mitt­wochs­aus­ga­ben).

Der Groß­teil der Ange­hö­ri­gen brau­che künf­tig kein Geld mehr an den Staat zurück­zu­zah­len. „Nur die­je­ni­gen, die über 100.000 Euro im Jahr ver­die­nen, müs­sen künf­tig noch Geld zum Unter­halt des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen bei­steu­ern”, sag­te Heil. Die­se Ent­las­tung sei „längst überfällig”.

Das Bun­des­ka­bi­nett soll das Ange­hö­ri­gen-Ent­las­tungs­ge­setz am Mitt­woch beschlie­ßen. Uni­on und SPD hat­ten im Koali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bart, dass Kin­der pfle­ge­be­dürf­ti­ger Eltern künf­tig erst ab einem jähr­li­chen Ein­kom­men von 100.000 Euro für Pfle­ge­kos­ten auf­kom­men müs­sen, wenn die Eltern kein eige­nes Ver­mö­gen haben.

Die Kom­mu­nen übten schar­fe Kri­tik an den Plä­nen. Zu befürch­ten sei­en Belas­tun­gen in Mil­li­ar­den­hö­he, sag­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Städ­te- und Gemein­de­bunds, Gerd Lands­berg, den Fun­ke-Zei­tun­gen. Heil dür­fe nicht das Soli­da­ri­täts­prin­zip des Sozi­al­hil­fe­rechts aus­höh­len. „Es ist grund­sätz­lich zumut­bar, dass Kin­der und Eltern gegen­sei­tig für­ein­an­der ein­ste­hen. Dar­an soll­te nicht gerüt­telt wer­den”, so Landsberg.

Der Sozi­al­ver­band VdK begrüß­te das Gesetz dage­gen. Es sei „ein wich­ti­ger Schritt”, sag­te Ver­bands­prä­si­den­tin Vere­na Ben­te­le den Fun­ke-Zei­tun­gen. Vie­le älte­re Men­schen schreck­ten davor zurück, Hil­fe vom Sozi­al­amt in Anspruch zu neh­men. „Sie gehen nicht ins Heim, obwohl sie zu Hau­se nicht mehr aus­rei­chend ver­sorgt wer­den kön­nen, damit ihre Kin­der nicht belas­tet wer­den”, so Bentele.

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