Poli­tik: Uni­on kri­ti­siert See­hofers Wen­de in Flüchtlingspolitik

Horst Seehofer - Bundesinnenminster - CDU - PressekonferenzFoto: Bundesinnenminister Horst Seehofer auf einer Pressekonferenz, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Ein­satz von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer für die Auf­nah­me von Geflüch­te­ten aus den pri­va­ten See­not­ret­tungs­schif­fen „Alan Kur­di” und „Alex” stößt auf die Kri­tik meh­re­rer Kabinettskollegen.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) habe in der jüngs­ten Kabi­netts­sit­zung gewarnt, dass See­hofers Linie in eine fal­sche Rich­tung gehen könn­te, berich­tet der „Spie­gel” unter Beru­fung auf Sit­zungs­teil­neh­mer. Die Bun­des­re­gie­rung kön­ne so einen neu­en „Pull-Fak­tor” schaf­fen und wei­te­re Migran­ten zur Flucht nach Euro­pa verleiten.

Auch Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er (CSU) habe kri­ti­siert, dass die See­not­ret­ter oft Funk­sprü­che der liby­schen Küs­ten­wa­che igno­rier­ten. Sie wür­den außer­dem Schif­fe nut­zen, die nur als Fischer- oder Frei­zeit­boo­te zuge­las­sen seien.

See­hofer habe sich ver­tei­digt, berich­tet das Nach­rich­ten­ma­ga­zin unter Beru­fung auf meh­re­re Teil­neh­mer der Sit­zung. Das Ziel der Begren­zung von Migra­ti­on sei unver­än­dert, aber man müs­se zugleich Lösun­gen für die mensch­li­chen Dra­men im Mit­tel­meer fin­den, habe der Innen­mi­nis­ter gesagt.

Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) habe die Kri­tik eben­falls zurück­ge­wie­sen: Die Ret­tung einer so klei­nen Grup­pe von Men­schen kön­ne wohl nicht als Pro­blem ange­se­hen wer­den, soll Mer­kel Sit­zungs­teil­neh­mern zufol­ge gesagt haben.

Auch der CDU-Innen­po­li­ti­ker Armin Schus­ter hat Zwei­fel an See­hofers Kurs, den er als Gefahr für den euro­päi­schen Zusam­men­halt sieht: „Wenn wir Ita­li­en jeden Tag aus dem Gefühl der mora­li­schen Über­le­gen­heit die Welt erklä­ren, machen wir auf lan­ge Sicht Sal­vi­ni zum Pre­mier­mi­nis­ter”, sag­te Schus­ter dem „Spie­gel”. Das Ziel müs­se sein, „mit Ita­li­en zu Lösun­gen zu kom­men. Dazu braucht es aber eine ande­re Anspra­che und kei­ne beleh­ren­den Poli­ti­ker aus Deutsch­land”, so der CDU-Poli­ti­ker weiter.

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