Poli­zei­ge­werk­schaft: Zwei­fel an mehr Prä­senz auf den Bahnhöfen

Polizisten - Polizei - Kölner Hauptbahnhof - Tunnel - Unterführung - Köln-InnenstadtFoto: Polizisten im Kölner Hauptbahnhof in der Unterführung, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Deut­sche Poli­zei­ge­werk­schaft ist der Ansicht, dass der Bun­des­po­li­zei das Per­so­nal für eine stär­ke­re Prä­senz auf Bahn­hö­fen fehlt.

Es ste­he „kaum Per­so­nal für prä­ven­ti­ve Strei­fen­tä­tig­keit” auf Bahn­hö­fen und in Zügen zur Ver­fü­gung, sag­te der Vor­sit­zen­de der Bun­des­po­li­zei­ge­werk­schaft, Ernst G. Wal­ter, der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” (Sams­tags­aus­ga­be). Trotz der „Ein­stel­lungs­of­fen­si­ve” bei der Bun­des­po­li­zei mit jähr­lich mehr als 3.000 Poli­zei­an­wär­tern sei­en immer noch mehr als 3.000 Stel­len unbesetzt.

Vie­le der neu Ein­ge­stell­ten sei­en noch in der Aus­bil­dung. Nach­dem am Frank­fur­ter Haupt­bahn­hof und in Voer­de in jüngs­ter Zeit zwei Per­so­nen vom Bahn­steig vor den Zug gesto­ßen wor­den waren und star­ben, hat­te die Bun­des­po­li­zei am Don­ners­tag ange­kün­digt, ihre Prä­senz „ins­be­son­de­re an den stark fre­quen­tier­ten” Bahn­hö­fen zu verstärken.

Wal­ter gab zu beden­ken, dass die neu­en, inzwi­schen fer­tig aus­ge­bil­de­ten Bun­des­po­li­zis­ten zunächst dafür ein­ge­setzt wür­den, „die rie­si­gen Löcher auf den gro­ßen Flug­hä­fen zu stop­fen”, da dort die EU-Außen­gren­zen zu schüt­zen und zu kon­trol­lie­ren sei­en. Das füh­re dazu, dass immer noch vie­le Bahn­po­li­zei­re­vie­re geschlos­sen sei­en und neben den übri­gen bahn­po­li­zei­li­chen Auf­ga­ben kaum Per­so­nal für prä­ven­ti­ve Strei­fen­tä­tig­keit auf den Bahn­hö­fen vor­han­den sei.

Man­che bahn­po­li­zei­li­chen Dienst­stel­len der Bun­des­po­li­zei ver­füg­ten der­zeit nur über etwa 60 Pro­zent des eigent­lich erfor­der­li­chen Per­so­nals, so der Gewerk­schafts­chef wei­ter. Er for­der­te, die Dienst­stel­len end­lich zu hun­dert Pro­zent auf­zu­fül­len, damit sie ihrem prä­ven­ti­ven Auf­trag gerecht wer­den könn­ten. Das sei erst der Fall, wenn alle der­zeit nicht besetz­ten 3000 Stel­len mit Per­so­nal „hin­ter­legt” seien.

„Da Bun­des­po­li­zis­ten aber bekannt­lich nicht auf Bäu­men wach­sen, wird das kurz­fris­tig kaum rea­li­sier­bar sein, da die neu­en Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen zunächst ihre Aus­bil­dung been­den müs­sen”, sag­te Wal­ter der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung”. Als Über­gangs­lö­sung schlug er vor, dass die Bun­des­po­li­zei als „Alter­na­ti­ve ver­stärkt neue Tarif­be­schäf­tig­te” ein­stel­le, die „unse­re Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen von admi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben befrei­en und im ope­ra­ti­ven Dienst im Rah­men ihrer Mög­lich­kei­ten unter­stüt­zen”, so der Gewerk­schafts­chef wei­ter. Dadurch könn­ten gege­be­nen­falls auch kurz­fris­tig mehr Poli­zei­voll­zugs­be­am­te auf den Bahn­hö­fen und in Zügen prä­sent sein.

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