RKI: Kei­ne Anga­be zur aktu­el­len Coro­na-Impf­quo­te möglich

Impfpass - Impfausweis - Impfungen - COVID-19 - Coronavirus - Comirnaty - Februar 2021 - BonnFoto: Impfausweis mit aktueller Impfung gegen das Coronavirus (Bonn), Urheber: dts Nachrichtenagentur

RKI-Chef Lothar Wie­ler hat ein­ge­räumt, dass exak­te Anga­ben zur aktu­el­len Impf­quo­te bis heu­te nicht mög­lich sind.

„Wir kön­nen nicht sagen, wie hoch die tat­säch­li­che Quo­te jetzt, Mit­te Okto­ber, ist”, sag­te Wie­ler den Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe (Frei­tag­aus­ga­ben). „Die offi­zi­ell gemel­de­ten Daten sind die Min­dest­impf­quo­te. Wir kön­nen die tat­säch­li­che Impf­quo­te nur schät­zen”, so der Prä­si­dent des Robert-Koch-Insti­tuts. Die letz­te RKI-Schät­zung ist mitt­ler­wei­le zwei Wochen alt: „Wir kön­nen nur sagen, dass bis Ende Sep­tem­ber bis zu 84 Pro­zent der Erwach­se­nen min­des­tens ein­mal geimpft wur­den und bis zu 80 Pro­zent vollständig”.

Das RKI hat­te in der ver­gan­ge­nen Woche erklärt, dass es sich bei der offi­zi­ell gemel­de­ten Zahl der Imp­fun­gen bei Erwach­se­nen um eine Unter­schät­zung von bis zu fünf Pro­zent­punk­ten han­de­le. Wie­ler wies in die­sem Zusam­men­hang Kri­tik aus Rei­hen der Lan­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter zurück und for­der­te mehr Fair­ness: „Den Ärger über die Mel­de­pro­ble­me tei­le ich”, sag­te Wie­ler. Doch dafür sei nicht das RKI ver­ant­wort­lich, son­dern Bund und Län­der: Die Mel­dung der imp­fen­den Stel­len sei in der Coro­na­vi­rus-Impf­ver­ord­nung gesetz­lich vor­ge­schrie­ben, sie müs­se voll­stän­dig und zeit­nah erfol­gen, um den Impf­fort­schritt in Deutsch­land so genau und aktu­ell wie mög­lich abbil­den zu kön­nen. „Es ist unfair, die Schuld auf das RKI abzuwälzen”.

Wie­ler beklag­te in die­sem Zusam­men­hang das schlep­pen­de Tem­po bei der Digi­ta­li­sie­rung des Gesund­heits­we­sens: „Es liegt an Res­sour­cen, an den vie­len unter­schied­li­chen Abrech­nungs­sys­te­men, den unter­schied­li­chen Inter­es­sen von Ärz­ten, Kas­sen und Kli­ni­ken, aber auch am Daten­schutz”. Es gebe 16 ver­schie­de­ne Daten­schutz­be­auf­trag­te in den Län­dern, die teil­wei­se sehr unter­schied­li­che Bewer­tun­gen der­sel­ben Lage haben, kri­ti­sier­te der RKI-Chef.

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