Kiel: Schles­wig-Hol­stein will Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land aufnehmen

Flüchtlinge - Menschen - Männer - Grenzzaun - BalkanrouteFoto: Flüchtlinge auf der Balkanroute vor einem Grenzzaun, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Schles­wig-Hol­steins Minis­ter­prä­si­dent Dani­el Gün­ther hat die Bereit­schaft sei­nes Bun­des­lan­des zur Auf­nah­me min­der­jäh­ri­ger Flücht­lin­ge aus grie­chi­schen Flücht­lings­la­gern bekundet.

„Seit dem Wochen­en­de hat sich die Lage im Grenz­ge­biet zwi­schen der Tür­kei und Grie­chen­land dra­ma­tisch ver­schärft. Die Bil­der, die uns von dort errei­chen, sind erschüt­ternd”, sag­te Gün­ther den Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land” (Mitt­wochs­aus­ga­ben).

Schles­wig-Hol­stein habe „in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach sei­ne Bereit­schaft erklärt, Men­schen in Not zu hel­fen und sich an Kon­tin­gent­lö­sun­gen zu betei­li­gen, die die Bun­des­re­gie­rung mit den euro­päi­schen Part­nern aus­han­delt. Wir soll­ten hier ein Bei­spiel geben”, so der CDU-Poli­ti­ker weiter.

Er ver­wies dar­auf, dass Schles­wig-Hol­stein dem Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­hofer (CSU) bereits im Febru­ar sei­ne Bereit­schaft signa­li­siert habe – unab­hän­gig von einer Gesamt­auf­nah­me­zu­sa­ge Deutsch­lands – bis zu 30 jun­ge Flücht­lin­ge aus Les­bos auf­zu­neh­men. „Die huma­ni­tä­re Situa­ti­on in den über­füll­ten Flücht­lings­la­gern auf der grie­chi­schen Insel Les­bos ist trotz zahl­rei­cher Hil­fen seit Mona­ten zutiefst bedrü­ckend und ange­spannt”, beklag­te Günther.

Betrof­fen davon sei­en „ins­be­son­de­re allein rei­sen­de Min­der­jäh­ri­ge, die dort unter erbärm­li­chen Umstän­den und bei feh­len­der Unter­stüt­zung leben müs­sen”, so Schles­wig-Hol­steins Minis­ter­prä­si­dent wei­ter. Er appel­lier­te an Ber­lin und Brüs­sel, in Grie­chen­land für Ent­las­tung zu sorgen.

„Ich ver­traue dar­auf, dass die Ver­ant­wort­li­chen in der Bun­des­re­gie­rung wie die Euro­päi­schen Uni­on alles in ihrer Macht Ste­hen­de tun wer­den, um die Situa­ti­on der Men­schen vor Ort zu ver­bes­sern”, sag­te Gün­ther den Zei­tun­gen des „Redak­ti­ons­netz­werks Deutsch­land”. Nötig sei eine „kon­trol­lier­te und gesteu­er­te Flücht­lings­auf­nah­me. Eine Situa­ti­on wie 2015 darf sich nicht wie­der­ho­len”, so der CDU-Politiker.

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