Sicher­heit: Poli­zei­ge­werk­schaf­ten wol­len Ver­schär­fung des Waffenrechts

Polizei - Polizist - Waffe - Dienstwaffe - Pistole - DienstpistoleFoto: Sicht auf die Pistole eines Polizisten, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Plä­ne von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) für ein schär­fe­res Waf­fen­recht sto­ßen bei den Poli­zei­ge­werk­schaf­ten durch­weg auf ein posi­ti­ves Echo. 

„Wir unter­stüt­zen den Vor­stoß. Der Staat muss alles tun, um die Radi­ka­li­sie­rung staats­fer­ner Grup­pen zu ver­hin­dern”, sag­te der Bun­des­vor­sit­zen­de der Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP), Oli­ver Mal­chow, dem „Han­dels­blatt” (Mon­tag­aus­ga­be).

Das gel­te für rechts‑, links- und reli­gi­ös moti­vier­ten Extre­mis­mus. Das gelin­ge jedoch nur, füg­te Mal­chow hin­zu, „wenn pra­xis­taug­li­che und ver­fas­sungs­recht­lich unbe­an­stan­de­te Geset­ze den Sicher­heits­be­hör­den erlau­ben, Extre­mis­ten kalt zu stel­len.” Dazu müss­ten die Sicher­heits­be­hör­den dann auch mit aus­rei­chen­dem und gut qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal aus­ge­stat­tet sein.

Ähn­lich sieht es der Chef der Deut­schen Poli­zei­ge­werk­schaft, Rai­ner Wendt. „Die­ser Vor­stoß ist im Grun­de nicht ver­kehrt, denn Waf­fen gehö­ren nicht in die Hän­de von Extre­mis­ten”, sag­te Wendt dem „Han­dels­blatt”. „Aber die Minis­te­rin sug­ge­riert, dass die Behör­den tech­nisch und per­so­nell so aus­ge­stat­tet wären, dass sie das auch leis­ten kön­nen.” Das sei aber defi­ni­tiv nicht der Fall. Des­halb sei der Vor­schlag Lam­brechts „jen­seits der Lebenswirklichkeit”.

Unter­stüt­zung kommt auch vom Bund Deut­scher Kri­mi­nal­be­am­ter (BDK). „Der Staat darf Extre­mis­ten, die ihre Akti­vi­tä­ten gegen die frei­heit­lich demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung rich­ten, nicht mit lega­len Waf­fen­er­laub­nis­sen aus­stat­ten”, sag­te der BDK-Vor­sit­zen­de Sebas­ti­an Fied­ler dem „Han­dels­blatt”. Dabei müs­se selbst­ver­ständ­lich sicher­ge­stellt wer­den, dass die Waf­fen­er­laub­nis­be­hör­den auch die ent­spre­chen­den Infor­ma­tio­nen vom Ver­fas­sungs­schutz bekom­men. „Frau Lam­brecht trifft inso­weit den Nagel auf dem Kopf.”

Aller­dings gab auch Fied­ler zu beden­ken, dass der „rich­ti­ge Vor­stoß” der Minis­te­rin einen zusätz­li­chen Per­so­nal­be­darf bei den Ver­fas­sungs­schutz­dienst­stel­len der Län­der bedeu­te. „Sie wäre gut bera­ten, wenn sie zu die­sem Pro­blem zeit­nah Gesprä­che aufnimmt.”

Lam­brecht hat­te vor­ge­schla­gen, dass die Behör­den im Rah­men einer so genann­ten Regel­ab­fra­ge künf­tig immer beim Ver­fas­sungs­schutz nach­fra­gen müs­sen, bevor sie eine Erlaub­nis zum Waf­fen­be­sitz aus­stel­len. Der Ver­fas­sungs­schutz sei­ner­seits sol­le dann „alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen” über Inter­es­sen­ten ertei­len, so die Minis­te­rin im „Spie­gel”.

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