Tür­kei: Immer mehr Deut­sche in wegen Ter­ror­vor­wür­fen in Haft

Türkei - Türkische-Flagge - Flagge - Fahne - Mast - BäumeFoto: Sicht auf die Flagge der Türkei, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der in der Tür­kei wegen Mit­glied­schaft in einer ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung inhaf­tier­ten Deut­schen ist gestiegen.

Ins­ge­samt sind in der Tür­kei der­zeit 61 Deut­sche im Gefäng­nis, wie es aus der Ant­wort des Aus­wär­ti­gen Amtes auf eine Anfra­ge der Lin­ken-Abge­ord­ne­ten Sevim Dagde­len her­vor­geht, über die die „Neue Osna­brü­cker Zei­tung” (NOZ) berich­tet. Wei­te­re 62 Bun­des­bür­ger sit­zen dem­nach der­zeit wegen Aus­rei­se­sper­ren in der Tür­kei fest, mehr als die Hälf­te davon (38 Fäl­le) eben­falls wegen Terrorvorwürfen.

Die Bun­des­re­gie­rung warnt wei­ter vor Fest­nah­men in der Tür­kei wegen regie­rungs­kri­ti­schen Äuße­run­gen. Wie vie­le Gefan­ge­ne des­we­gen in tür­ki­scher Haft sit­zen, ist aller­dings nicht bekannt. Seit 2018 führt das Aus­wär­ti­ge Amt kei­ne Sta­tis­tik mehr, ob die deut­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen aus poli­ti­schen Grün­den inhaf­tiert sind.

Nach Ansicht der Lin­ken bele­gen die Zah­len, dass in der Tür­kei der Ver­fol­gungs­druck auf Kri­ti­ker auch aus dem Aus­land nach wie vor hoch ist. Die Lin­ken-Außen­ex­per­tin Dagde­len, die auch Obfrau im Aus­wär­ti­gen Aus­schuss ist, kri­ti­sier­te die­se Vor­gangs­wei­se und for­dert eine här­te­re Gang­art gegen­über Anka­ra. „Die EU-Spit­zen set­zen mit ihrer pri­vi­le­gier­ten Part­ner­schaft mit der Tür­kei das ganz fal­sche Signal. Die nach­ös­ter­li­che Pil­ger­fahrt nach Anka­ra stärkt dem Auto­kra­ten Erdo­gan den Rücken”, sag­te Dagdelen.

Mit der in Aus­sicht gestell­ten Erwei­te­rung der Zoll­uni­on gebe die EU mit aus­drück­li­cher Unter­stüt­zung der Bun­des­re­gie­rung „Erdo­gan freie Hand zur wei­te­ren Unter­drü­ckung der Oppo­si­ti­on sowie für sei­ne krie­ge­ri­sche Außen­po­li­tik”. Dagde­len for­der­te „einen Stopp der pri­vi­le­gier­ten Wirtschafts‑, Finanz- und Waf­fen­hil­fe für den Auto­kra­ten Erdo­gan”. An die­sem Diens­tag wol­len EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en und Rats­prä­si­dent Charles Michel nach Anka­ra fah­ren und auch Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdo­gan treffen.

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