Weiß­russ­land: Tich­anow­ska­ja hofft auf Ver­mitt­lung von Merkel

Angela Merkel - CDU-Politikerin - BundeskanzlerinFoto: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Die weiß­rus­si­sche Oppo­si­tio­nel­le setzt in ihrem Kampf für fai­re und freie Wah­len in ihrem Land auch auf Unter­stüt­zung der Bundesregierung.

„Ich glau­be, dass gera­de Ange­la Mer­kel das Stre­ben der Weiß­rus­sen nach Frei­heit und Demo­kra­tie sehr gut ver­ste­hen kann”, sag­te sie der „Welt” (Frei­tags­aus­ga­be). Als „mäch­tigs­te Frau der Welt” kön­ne Mer­kel „direkt Kon­takt zu Luka­schen­ko auf­neh­men oder zum rus­si­schen Prä­si­den­ten und die Situa­ti­on aus ihrer Sicht erklä­ren”, sag­te Swet­la­na Tich­anow­ska­ja, die sich der­zeit im Exil in Vil­ni­us befin­det. „Ich erwar­te von Frau Mer­kel, dass sie die Situa­ti­on posi­tiv beeinflusst”.

Tich­anow­ska­ja, deren Mann – ein regime­kri­ti­scher Blog­ger – wie so vie­le ande­re in einem weiß­rus­si­schen Gefäng­nis sitzt, glaubt dar­an, dass die anhal­ten­den Pro­tes­te der Bevöl­ke­rung gegen den ver­meint­li­chen Sieg des Macht­ha­bers Alex­an­der Luka­schen­ko am Ende etwas bewir­ken wer­den. Luka­schen­ko möge viel­leicht Macht über den Sicher­heits­ap­pa­rat haben, „aber er hat kei­ne Macht mehr über die ein­fa­chen Men­schen, die­je­ni­gen, die auf die Stra­ße gehen”, sag­te sie der Zei­tung. „Nie­mand mehr traut ihm, nie­mand will ihn als Prä­si­den­ten sehen. Das heißt, dass er frü­her oder spä­ter abtre­ten muss. Ich den­ke, eigent­lich weiß auch er selbst das”.

Beob­ach­ter gehen davon aus, dass Tich­anow­ska­ja die Wah­len gewon­nen hat, auch wenn Luka­schen­ko behaup­tet, 80 Pro­zent der Stim­men erhal­ten zu haben. Noch ein­mal will Tich­anow­ska­ja aller­dings nicht antre­ten: „Ich ver­ste­he mich als jeman­den, der einen Über­gang gestal­tet.” Sie wer­de dafür sor­gen, „dass es zu frei­en, trans­pa­ren­ten Wah­len kommt”. Dann wer­de man sich für einen Prä­si­den­ten ent­schei­den, der län­ger im Amt bleibe.

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