Wind an Land: Denk­mal­schutz bremst Ener­gie­wen­de aus

Windkraftanlage - Windenergieanlage - Strom - Wind - HimmelFoto: Windradanlage für Stromerzeugung, Urheber: dts Nachrichtenagentur

Denk­mal­schutz­be­lan­ge ent­wi­ckeln sich zuneh­mend zu einem gra­vie­ren­den Hin­der­nis für die Energiewende.

In Deutsch­land wer­den rund zehn Pro­zent der Bau­an­trä­ge für Wind­ener­gie­an­la­gen durch den Denk­mal­schutz aus­ge­bremst oder nicht geneh­migt, berich­tet der RBB unter Beru­fung auf eine Bran­chen­be­fra­gung der Fach­agen­tur „Wind an Land”. Dem­nach ist der Denk­mal­schutz der fünft­häu­figs­te Ver­sa­gungs­grund für Wind­ener­gie-Bau­ge­neh­mi­gun­gen (nach Vogel­schutz, Pla­nungs- und Bau­recht sowie Flug­si­che­rung). Befragt wur­den 27 Akteu­re zu 309 Wind­ener­gie­vor­ha­ben mit 1.177 Windenergieanlagen.

Im Wind­be­reich wer­den seit 2017 38 Pro­jek­te mit 138 Mega­watt Leis­tung durch den Denk­mal­schutz aus­ge­bremst, die in ohne­hin schon geson­dert aus­ge­wie­se­nen Wind­eig­nungs­ge­bie­ten geplant wor­den sind. Beson­ders betrof­fen ist nach Fest­stel­lun­gen der Bran­che dabei auch das Land Bran­den­burg. Hier gibt es beson­ders vie­le Gar­ten­denk­mä­ler, bei denen schon eine Sicht­be­zie­hung zu einem Wind­rad des­sen Errich­tung ver­hin­dern kann. Nach Infor­ma­tio­nen des RBB wer­den in Bran­den­burg min­des­tens vier Pro­jek­te aus Denk­mal­schutz-Grün­den blo­ckiert. Die ent­spre­chen­den Richt­li­ni­en dafür sind durch ein Schrei­ben des Bran­den­bur­gi­schen Lan­des­amts für Denk­mal­pfle­ge aus dem Dezem­ber 2021, über das der RBB berich­tet, noch ein­mal ver­schärft wor­den. Aller­dings sei man in Pots­dam inzwi­schen im Pro­zess eines Behör­den­dia­logs zum The­ma, heißt es aus dem Umweltministerium.

Aus Sicht der Wind­kraft­bran­che bremst der Denk­mal­schutz das Ziel der Bun­des­re­gie­rung aus, den Bau von Anla­gen zur Gewin­nung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien zu einem vor­ran­gi­gen öffent­li­chen Inter­es­se zu machen und so durch Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung zu beschleu­ni­gen. Denk­mal­schutz­be­lan­ge sind aller­dings Län­der­sa­che. Aus dem Pots­da­mer Umwelt­mi­nis­te­ri­um heißt es, in Bran­den­burg sei­en sol­che Fäl­le sel­ten und „bis­her kein flä­chen­de­cken­des Pro­blem”. In Bay­ern dage­gen liegt seit ges­tern ein Gesetz­ent­wurf des Kabi­netts vor, wonach für Wind­an­la­gen gege­be­nen­falls nur noch für rund 100 „beson­ders land­schafts­prä­gen­de Denk­mä­ler” eine „denk­mal­ver­träg­li­che Lösung” gefun­den wer­den muss. Bei allen ande­ren Denk­mä­lern wür­de die Denk­mal­schutz-Prü­fung für die Wind­kraft ganz weg­fal­len. Wind­ener­gie­an­la­gen stell­ten näm­lich „kei­ne eigent­li­che Sub­stanz­ge­fähr­dung” dar.

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