Zen­tral­rat der Juden: Prä­si­dent will KZ-Füh­run­gen auf Arabisch

Konzentrationslager Auschwitz - Arbeit macht Frei - PolenFoto: Konzentrationslager in Auschwitz (Polen), Urheber: dts Nachrichtenagentur

Der Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land for­dert Füh­run­gen durch KZ-Gedenk­stät­ten auf Ara­bisch und ver­pflich­ten­de Besu­che von Schulklassen.

In Flos­sen­bürg gebe es bereits ent­spre­chen­de Über­le­gun­gen, „dies soll­te auf alle KZ-Gedenk­stät­ten aus­ge­wei­tet wer­den”, sag­te Schus­ter der „Welt am Sonn­tag”. Auch ver­pflich­ten­de Besu­che von Schul­klas­sen hält Schus­ter für rich­tig, soweit sie didak­tisch vor- und nach­be­rei­tet würden.

Trotz der gehäuf­ten Fäl­le isla­mis­tisch moti­vier­ter Atta­cken sieht der Prä­si­dent des Zen­tral­rats der Juden in Deutsch­land aber „im rechts­ex­tre­mis­tisch, rechts­po­pu­lis­ti­schen Anti­se­mi­tis­mus die größ­te Gefahr für die­ses Land und die Juden”. Gleich­zei­tig sprach sich Schus­ter für einen här­te­ren Umgang mit Isla­mis­ten aus.

Der „Welt am Sonn­tag” sag­te er, es gehe nicht allein um die Bekämp­fung des Anti­se­mi­tis­mus. „Hier geht es dar­um, dass alle Men­schen, die nach Deutsch­land kom­men, hier nach unse­ren Wer­ten leben, also die Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau aner­ken­nen, sich gegen jede Form von Anti­se­mi­tis­mus und Ras­sis­mus wen­den, den Rechts­staat aner­ken­nen und die Viel­falt sexu­el­ler Ori­en­tie­run­gen akzep­tie­ren. Die­ses Wer­te­sys­tem zu ver­mit­teln ist das A und O bei allen Maß­nah­men zur Inte­gra­ti­on. Wer die­se Nor­men nicht akzep­tiert und dadurch straf­fäl­lig wird, der hat in die­sem Land nichts zu suchen und muss wie­der gehen. Nach mei­nem Emp­fin­den hat er mit einer sol­chen Straf­tat das Auf­ent­halts­recht in die­sem Land verwirkt.”

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