Gro­ße Unter­schie­de bei Ganz­tags­be­treu­ung von Grundschulkindern

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Wie viel Eltern für die Ganz­tags­be­treu­ung von Grund­schul­kin­dern zah­len müs­sen, unter­schei­det sich regio­nal sehr stark. So wer­den bei Eltern mit einem Brut­to­jah­res­ein­kom­men von 50.000 Euro in Mön­chen­glad­bach monat­lich 195 Euro für die Ganz­tags­be­treu­ung ihrer Kin­der fäl­lig, in Düs­sel­dorf nur 50 Euro. Das ergab eine Stu­die des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW), in der die Eltern­bei­trä­ge deutsch­land­weit ver­gli­chen wur­den, und über die die „Rhei­ni­sche Post” in ihrer Frei­tag­aus­ga­be berichtet. 

Wäh­rend in Meck­len­burg-Vor­pom­mern bei­spiels­wei­se gar kei­ne Gebüh­ren erho­ben wer­den, fal­len für Eltern in Ham­burg Kos­ten nur außer­halb der Kern­zei­ten zwi­schen 8 Uhr und 16 Uhr an. In Nie­der­sach­sen und Bay­ern wie­der­um ist ein Besuch der Ganz­tags­schu­le kos­ten­frei, wäh­rend für die Betreu­ung in Hor­ten Gebüh­ren erho­ben wer­den. In Olden­burg (Nie­der­sach­sen) etwa zah­len Eltern mit einem Ein­kom­men von 50.000 Euro für die Betreu­ung im Hort 122,50 Euro pro Monat. „Unpro­ble­ma­tisch sind unter­schied­li­che Bei­trags­sät­ze ledig­lich dann, wenn die Betreu­ungs­al­ter­na­ti­ven sehr ver­schie­de­ne Leis­tungs­spek­tren auf­wei­sen und sich die Eltern voll­stän­dig frei für eine von ihnen ent­schei­den kön­nen”, sag­te Wido Geis-Thö­ne, Öko­nom und Autor der IW-Stu­die. „Wer­den Eltern­bei­trä­ge erho­ben, soll­ten sie ent­we­der nach sozia­len Kri­te­ri­en gestaf­felt sein oder es soll­ten Zuschuss­mo­del­le für Fami­li­en mit nied­ri­gem Ein­kom­men exis­tie­ren.” Das sei aber bereits fast über­all gän­gi­ge Pra­xis. Für die Kern­zei­ten soll­ten laut Geis-Thö­ne mög­lichst kei­ne Eltern­bei­trä­ge erho­ben wer­den, um allen Kin­dern die­sel­ben Bil­dungs­chan­cen zu ermöglichen.

Foto: Spie­len­des Kind, über dts Nachrichtenagentur

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