Obers­te Ver­brau­cher­schüt­ze­rin for­dert stär­ke­re Preisbremsen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Vor der Kabi­netts­ent­schei­dung über die Gas- und Strom­preis­brem­sen im kom­men­den Jahr hat der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (VZBV) ein Mora­to­ri­um bei Ener­gie­sper­ren für Haus­hal­te gefor­dert, die trotz der staat­li­chen Hil­fen ihre Rech­nun­gen nicht bezah­len kön­nen. „Die geplan­ten Ener­gie­preis­brem­sen sol­len die pri­va­ten Haus­hal­te im nächs­ten Jahr vor Über­las­tung durch Mond­prei­se schüt­zen. Wir erwar­ten nun eine schnel­le Umset­zung bei vol­ler Trans­pa­renz für die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher, das Geld muss schnell bei den Men­schen ankom­men”, sag­te VZBV-Che­fin Ramo­na Pop der „Rhei­ni­schen Post”. 

„Die Bun­des­re­gie­rung muss aber auch nach­bes­sern. Es fehlt wei­ter­hin ein ech­tes Mora­to­ri­um für Ener­gie­sper­ren für alle Haus­hal­te, wel­che die hohen Ener­gie­prei­se trotz der bis­he­ri­gen Maß­nah­men nicht schul­tern kön­nen”, sag­te Deutsch­lands obers­te Ver­brau­cher­schüt­ze­rin. „Ein umständ­li­ches Antrags­ver­fah­ren für pri­va­te Haus­hal­te wür­de nicht aus­rei­chen”, sag­te Pop. „Die Preis­brem­sen wir­ken zu sehr nach dem Prin­zip Gieß­kan­ne. Ein­fa­cher, schnel­ler und sozi­al gerech­ter wären direk­te Aus­zah­lun­gen. Die Bun­des­re­gie­rung hat eine Lösung noch in die­sem Jahr ver­spro­chen. Jetzt müs­sen Taten fol­gen”, for­der­te sie. Die Bun­des­re­gie­rung müs­se auch dafür sor­gen, dass die Mil­li­ar­den­hil­fen durch Abschöp­fung der Über­ge­win­ne bei Ener­gie­kon­zer­nen auch wie­der in die Staats­kas­se her­ein­kä­men, sag­te Pop. „Es wäre nur ange­mes­sen, die­je­ni­gen, die finan­zi­ell von der Kri­se pro­fi­tie­ren, deut­lich stär­ker in die Ver­ant­wor­tung zu neh­men. Man­che ver­die­nen sich in der Ener­gie­bran­che gera­de eine gol­de­ne Nase mit Zusatz­ge­win­nen, die ihnen qua­si in den Schoß fal­len. Das muss ein Ende haben”, for­der­te sie. „Statt der von der EU-Kom­mis­si­on vor­ge­schla­ge­nen Min­dest­steu­er von 33 Pro­zent auf Zusatz­ge­win­ne für die Öl‑, Gas‑, Koh­le- und Raf­fi­ne­rie­in­dus­trie hält der VZBV min­des­tens eine Ver­dop­pe­lung auf 66 Pro­zent für ange­mes­sen. Es ist uner­träg­lich, dass eini­ge an der Ver­brau­cher­kri­se kräf­tig mit­ver­die­nen, wäh­rend Staat und Ver­brau­cher unter der Kos­ten­be­las­tung äch­zen”, for­der­te die frü­he­re Grü­nen-Poli­ti­ke­rin. Die Bun­des­re­gie­rung will an die­sem Frei­tag über die Schlie­ßung der so genann­ten „Win­ter­lü­cken” bei Gas- und Strom­preis­brem­sen im Janu­ar und Febru­ar entscheiden.

Foto: Moder­ne Strom­zäh­ler, über dts Nachrichtenagentur

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