SPD und CDU im EU-Par­la­ment wol­len US-Indus­trie­för­de­rung kontern

Brüs­sel (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – SPD und CDU im Euro­pa­par­la­ment for­dern, das US-Gesetz „Infla­ti­on Reduc­tion Act” von Prä­si­dent Joe Biden mit einer indus­trie­po­li­ti­schen Offen­si­ve aus Brüs­sel zu kon­tern. Das berich­tet der „Spie­gel” in sei­ner neu­en Aus­ga­be. „Wir müs­sen ver­hin­dern, dass zen­tra­le Indus­trien in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten abwan­dern”, sag­te Bernd Lan­ge (SPD), Vor­sit­zen­der des Handelsausschusses. 

„Des­halb soll­ten wir prü­fen, ob wir die För­de­rung von erneu­er­ba­ren Ener­gien, Elek­tro­mo­bi­len oder der Was­ser­stoff­wirt­schaft in Euro­pa ver­stär­ken müs­sen.” Der CDU-Wirt­schafts­po­li­ti­ker Chris­ti­an Ehler plä­diert dafür, die Regeln für grü­ne Inves­ti­tio­nen zu lockern: „Es kann nicht sein, dass euro­päi­sche Unter­neh­men jah­re­lang auf die Geneh­mi­gung von grü­nen Pro­jek­ten war­ten müs­sen, wäh­rend die USA mit sofor­ti­gen Steu­er­erleich­te­run­gen locken.” Die Euro­päi­sche Uni­on müs­se ihren Coro­na-Wie­der­auf­bau­fonds umge­hend auf die neue Her­aus­for­de­rung aus den Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus­rich­ten. Zugleich war­nen die Poli­ti­ker vor einer „Buy European”-Verordnung, wie sie Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron zuletzt ins Gespräch gebracht hat­te. Danach soll­ten staat­li­che Sub­ven­tio­nen bevor­zugt jenen Unter­neh­men zugu­te­kom­men, die in Euro­pa pro­du­zie­ren. „Das wäre mit den inter­na­tio­na­len Han­dels­re­geln nicht ver­ein­bar und wür­de Kon­flik­te mit unse­ren Part­nern in Japan oder Süd­ko­rea her­auf­be­schwö­ren”, warnt Lan­ge. Außer­dem könn­ten vie­le Pro­duk­te gar nicht rasch genug in Euro­pa her­ge­stellt wer­den. Das im August ver­ab­schie­de­te US-Gesetz sorgt in der EU für wach­sen­des Ent­set­zen. In Brüs­sel kur­sie­ren Über­sich­ten, wonach zahl­rei­che inter­na­tio­na­le Kon­zer­ne wie der Auto­kon­zern „Mitsu­bi­shi” (Japan), der Indus­trie- und Medi­zin­gas­her­stel­ler „Lin­de” (Deutsch­land) oder der Treib­stoff­pro­du­zent „HIF” (Chi­le) wegen des neu­en US-Geset­zes ver­stärkt in den USA statt in Euro­pa inves­tie­ren woll­ten. Beim schwe­di­schen Bat­te­rie­zell­her­stel­ler „North­volt” gibt es zudem Über­le­gun­gen, statt einer geplan­ten Pro­duk­ti­ons­stät­te im schles­wig-hol­stei­ni­schen Hei­de Inves­ti­tio­nen in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten den Vor­zug zu geben. Das US-Regel­werk för­dert grü­ne Indus­trie­pro­jek­te mit rund 370 Mil­li­ar­den Dol­lar, wenn die­se in den USA ange­sie­delt werden.

Foto: EU-Par­la­ment in Brüs­sel, über dts Nachrichtenagentur

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