Bau­mi­nis­te­rin will Anstieg von Index­mie­ten auf 3,5 Pro­zent begrenzen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Bun­des­bau­mi­nis­te­rin Kla­ra Gey­witz (SPD) will Mietan­pas­sun­gen, die an die Infla­ti­on gekop­pelt sind, nur noch bis zu einer bestimm­ten Gren­ze erlau­ben. „Index­miet­ver­trä­ge sind ein Pro­blem”, sag­te Gey­witz der „Frank­fur­ter All­ge­mei­nen Zei­tung” (Sams­tags­aus­ga­be). Mie­ter hät­ten ange­sichts des Man­gels an bezahl­ba­ren Woh­nun­gen oft kei­ne ande­re Wahl, als sol­che Ver­trä­ge zu unterschreiben. 

Sie sei­en dann durch die gestie­ge­nen Ener­gie­prei­se dop­pelt belas­tet, weil sowohl die Neben­kos­ten als auch die Kalt­mie­te stie­gen. „Das kann man ändern”, sag­te Gey­witz. „Ham­burg zeigt mit dem Vor­schlag einer Kap­pungs­gren­ze von 3,5 Pro­zent pro Jahr eine Mög­lich­keit auf, die weder Mie­ter noch Ver­mie­ter unan­ge­mes­sen belas­tet.” Denk­bar sei auch, Index­mie­ten an einen ande­ren Maß­stab zu kop­peln. „Man könn­te etwa auch den Net­to­kalt­mie­ten­in­dex als Bezugs­punkt wäh­len”, schlug Gey­witz vor. „Auch dies ist ein amt­lich vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt fest­ge­stell­ter Index.” Zuvor hat­te der rot-grü­ne Ham­bur­ger Senat einen Antrag in den Bun­des­rat ein­ge­bracht, für die Anpas­sung von Index­mie­ten eine Kap­pungs­gren­ze von 3,5 Pro­zent im Jahr ein­zu­füh­ren. Für das Miet­recht ist aller­dings das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um von Mar­co Busch­mann (FDP) zustän­dig. Ein Spre­cher teil­te auf Anfra­ge mit, es gebe kei­nen Rege­lungs­be­darf. „Der Gesetz­ge­ber soll­te nicht bei jeder Gele­gen­heit die Spiel­re­geln für lau­fen­de Ver­trä­ge ändern.” Hand­lungs­be­darf sieht dage­gen auch der Inter­es­sens­ver­band der Mie­ter. „Der Deut­sche Mie­ter­bund for­dert ein Ver­bot von Index­mie­ten bei Neu­ver­trä­gen und die Ein­füh­rung einer Kap­pungs­gren­ze für Bestands­mie­ter mit Index­miet­ver­trä­gen, die maxi­mal so hoch sein darf wie die von der Ampel-Koali­ti­on ver­ein­bar­ten 11 Pro­zent bei Nicht-Index­miet­ver­trä­gen in 3 Jah­ren”, sag­te Bun­des­di­rek­to­rin Mela­nie Weber-Moritz der FAZ. „Eini­ge Mie­ter­ver­ei­ne berich­ten davon, dass mitt­ler­wei­le schon bei der Hälf­te aller Neu­ver­trags­ab­schlüs­se Index­miet­ver­trä­ge ver­ein­bart wer­den.” Gera­de in Städ­ten mit Miet­preis­brem­se sehen vie­le Ver­mie­ter in Index­miet­ver­trä­gen auch eine Mög­lich­keit, die Mie­te dau­er­haft und legal über das Nievau der Miet­spie­gel zu heben, deren Prei­se oft weit unter dem „Markt­preis” lie­gen, den Mie­ter bereit sind zu zah­len. Risi­ko­los sind die Ver­trä­ge aber für die Ver­mie­ter nicht: soll­te die Infla­ti­on in den Minus­be­reich fal­len, bei­spiels­wei­se wenn die Ener­gie­prei­se doch wie­der ein­bre­chen, muss die Mie­te auf Anfor­de­rung des Mie­ters gesenkt werden.

Foto: Klin­gel an einer Woh­nung, über dts Nachrichtenagentur

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