Thü­rin­gens Minis­ter­prä­si­dent Rame­low setzt auf eige­ne Popularität

Erfurt (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Thü­rin­gens Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low (Lin­ke) setzt ange­sichts sei­ner Nomi­nie­rung zum Spit­zen­kan­di­da­ten bei der Land­tags­wahl im Herbst 2024 an die­sem Sams­tag in Erfurt dar­auf, dass sei­ne per­sön­li­chen Beliebt­heits­wer­te bei der Wahl den Aus­schlag geben wer­den. „Die AfD liegt bei 25 Pro­zent und wir bei 23 Pro­zent; das ist nicht schön”, sag­te er dem „Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land” mit Blick auf die aktu­el­len Umfra­gen, füg­te jedoch hin­zu: „Nicht ein­mal 16 Pro­zent der Bevöl­ke­rung sagen, sie wür­den Herrn Höcke zum Minis­ter­prä­si­den­ten wäh­len. Gleich­zei­tig sagen 53 Pro­zent, sie wür­den Herrn Rame­low wäh­len. Wenn es eine Direkt­wahl des Minis­ter­prä­si­den­ten gäbe, dann hät­te ich eine sau­be­re Mehr­heit in der Bevöl­ke­rung. Mit der Kraft gehe ich in den Wahl­kampf. Ich kämp­fe für eine kla­re Mehrheit.” 

Der Lin­ken-Poli­ti­ker beton­te zugleich, dass er auch künf­tig Posi­tio­nen ver­tre­ten wer­de, die nicht iden­tisch sei­en mit denen sei­ner Par­tei. „Ich möch­te, dass die Per­so­na­li­sie­rung sicht­bar wird, und erlau­be mir, bei bestimm­ten The­men Ein­zel­po­si­tio­nen zu ver­tre­ten, bei denen ich kennt­lich mache, dass sie nicht Par­tei­tags­be­schlüs­sen ent­spre­chen”, sag­te er dem RND. Er übe schließ­lich „kein Par­tei­amt” aus und müs­se „die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung im Blick haben”. Zuletzt hat­te sich Rame­low für Waf­fen­lie­fe­run­gen an die Ukrai­ne aus­ge­spro­chen; dem hat­te der Bun­des­vor­sit­zen­de der Lin­ken, Mar­tin Schir­de­wan, wider­spro­chen. In sei­nem Alter sieht Rame­low kei­nen Hin­de­rungs­grund für eine erneu­te Kan­di­da­tur. „Ich gucke mir an, wer auf der Welt so in Ver­ant­wor­tung steht”, sag­te er. „Da bin ich mit mei­nen 66 Jah­ren noch ein jun­ger Hüp­fer. Ich füh­le mich fit.” Die Füh­rungs­gre­mi­en der Thü­rin­ger Lin­ken kom­men am Sams­tag in Erfurt zusam­men, um Rame­lows Nomi­nie­rung vorzunehmen.

Foto: Bodo Rame­low, über dts Nachrichtenagentur

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