NATO-Gene­ral­se­kre­tär lobt Deutsch­lands Rol­le bei Ukraine-Hilfe

Brüs­sel (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die NATO lobt aus­drück­lich Deutsch­lands bis­he­ri­ge Rol­le bei der Unter­stüt­zung der Ukrai­ne im Krieg gegen Russ­land. „Deutsch­lands star­ke Unter­stüt­zung macht einen ent­schei­den­den Unter­schied”, sag­te NATO-Chef Jens Stol­ten­berg der „Welt am Sonn­tag” zwei Tage vor dem Tref­fen der Außen­mi­nis­ter des Ver­tei­di­gungs­bünd­nis­ses in Buka­rest. Nor­we­gens frü­he­rer Minis­ter­prä­si­dent füg­te hin­zu: „Die deut­schen Luft­ver­tei­di­gungs­sys­te­me hel­fen, Häu­ser, Schu­len und Kran­ken­häu­ser vor rus­si­schen Rake­ten zu schüt­zen. Die Waf­fen­lie­fe­run­gen aus Deutsch­land ret­ten Leben. Wir alle müs­sen unse­re Unter­stüt­zung für die Ukrai­ne auf­recht­erhal­ten und verstärken.” 

Damit wür­de den Ukrai­nern gehol­fen, ihr Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung zu wah­ren. Hin­ter­grund: Für die Ukrai­ne ist im Abwehr­kampf gegen Mos­kau ins­be­son­de­re das von Deutsch­land gelie­fer­te hoch­mo­der­ne Luft­ab­wehr­sys­tem Iris‑T von gro­ßer Bedeu­tung. Ein Sys­tem wur­de bis­her gelie­fert, drei wei­te­re wer­den im kom­men­den Jahr fol­gen. In Deutsch­land kri­ti­sie­ren vor allem die Uni­ons­par­tei­en und Tei­le der Grü­nen, wie der Euro­pa-Aus­schuss-Vor­sit­zen­de Anton Hof­rei­ter, die man­geln­de Unter­stüt­zung der Ukrai­ne durch die Bun­des­re­gie­rung. Stol­ten­berg ging auch ein auf aktu­el­le Ent­wick­lun­gen im Ukrai­ne-Krieg ein, der am 24. Febru­ar mit einem Angriff Mos­kaus auf das Land begon­nen hat. „Prä­si­dent Putin reagiert auf Nie­der­la­gen mit mehr Bru­ta­li­tät.” Mit Ein­zug des Win­ters habe Mos­kau ange­fan­gen, die Ener­gie­ver­sor­gung der Ukrai­ne zu bom­bar­die­ren, um das Land in die Knie zu zwin­gen. „Putin ver­sucht den Win­ter als Waf­fe zu nut­zen. Aber er wird damit kei­nen Erfolg haben”, erklär­te Stol­ten­berg. Der NATO-Chef sag­te wei­ter, je mehr mili­tä­ri­sche Erfol­ge Kiew ver­zeich­ne, des­to stär­ker wäre die Posi­ti­on des Lan­des bei künf­ti­gen Ver­hand­lun­gen: „Wir kön­nen die Posi­ti­on der Ukrai­ne am Ver­hand­lungs­tisch stär­ken, wenn wir dem Land mili­tä­ri­sche Unter­stüt­zung gewäh­ren. Der bes­te Weg, den Frie­den zu unter­stüt­zen ist, die Ukrai­ne zu unter­stüt­zen”, beton­te Stol­ten­berg. Er räum­te ein, dass das Enga­ge­ment für die Ukrai­ne in den west­li­chen Gesell­schaf­ten Kos­ten ver­ur­sa­che. „Stei­gen­de Lebens­mit­tel- und Ener­gie­rech­nun­gen bedeu­ten har­te Zei­ten für vie­le Haus­hal­te in Euro­pa. Aber wir soll­ten uns dar­an erin­nern, dass die Men­schen in der Ukrai­ne jeden Tag mit ihrem Blut bezah­len.” Falls Putin den Krieg gewin­nen wür­de, so wür­den er und ande­re Des­po­ten auch wei­ter­hin Gewalt ein­set­zen, um ihre Zie­le zu errei­chen, sag­te Stol­ten­berg wei­ter. „Das kann mehr Krieg und mehr Leid bedeu­ten. Das wür­de unse­re Welt noch gefähr­li­cher machen. Es ist in unse­rem eige­nen Inter­es­se, dass die Ukrai­ne sich durch­setzt.” Stol­ten­berg for­der­te auch, künf­tig noch mehr Distanz zu Chi­na zu hal­ten: „Der Krieg hat gezeigt, wie gefähr­lich es ist, beim Gas abhän­gig von Russ­land zu sein. Wir müs­sen jetzt unse­re Abhän­gig­kei­ten von auto­ri­tä­ren Regi­men bewer­ten, nicht zuletzt von Chi­na. Wir müs­sen die Risi­ken steu­ern, Schwach­stel­len redu­zie­ren und die Wider­stands­fä­hig­keit unse­rer kri­ti­schen Infra­struk­tur und Lie­fer­ket­ten verbessern.”

Foto: Jens Stol­ten­berg, über dts Nachrichtenagentur

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