Weil schlägt im Streit um Hafen­schlick „Drei-Län­der-Gespräch” vor

Han­no­ver (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Im Streit um die Zukunft des Ham­bur­ger Hafens hat Nie­der­sach­sens Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil (SPD) Ham­burg und Schles­wig-Hol­stein zu einer gemein­sa­men Klä­rung der künf­ti­gen Ver­klap­pung des Bag­ger­gu­tes auf­ge­ru­fen. In einem Brief an den Ham­bur­ger Bür­ger­meis­ter Peter Tschent­scher (SPD) und den Kie­ler Regie­rungs­chef Dani­el Gün­ther (CDU), über den die „Welt” berich­tet, schlägt Weil sei­nen Amts­kol­le­gen vor, in einem „Drei-Län­der-Gespräch” zu „gemein­sa­men nach­hal­ti­gen Lösun­gen des Schlick­pro­blems der Tideel­be zu kom­men”. Das wei­te­re Vor­ge­hen kön­ne „in einem Gespräch zwi­schen den Chefs der Staats­kanz­lei­en bzw. der Senats­kanz­lei, der Fach­ebe­ne unse­rer drei Län­der sowie der zustän­di­gen Bun­des­ebe­ne” kurz­fris­tig abge­stimmt wer­den, so Weil. 

Aus nie­der­säch­si­scher Sicht sei für eine „gemein­sa­me nach­hal­ti­ge Lösung des Schlick­pro­blems” erfor­der­lich, „dass dabei sowohl Belan­ge des Küs­ten- und Mee­res­schut­zes als auch die Inter­es­sen des Ham­bur­ger Hafens berück­sich­tigt” wür­den. Ziel müs­se des­halb sein, „dass wir gemein­sam zu einem Sedi­ment­ma­nage­ment­kom­men, der den frucht­lo­sen Kreis­lauf aus Bag­ge­rung und Schlick­ver­klap­pung durch­bricht”, schreibt Weil. Auch Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Olaf Lies (SPD) hob in der „Welt” das Inter­es­se der Lan­des­re­gie­rung in Han­no­ver an einer gemein­sa­men Lösung mit Ham­burg her­vor, warn­te die Han­se­stadt zugleich aber davor, den Hafen­schlick künf­tig vor der Vogel­schutz­in­sel Schar­hörn zu ver­klap­pen. „Wir haben alle recht­li­chen Schrit­te vor­be­rei­tet und wer­den sie auch gehen, wenn Ham­burg erkenn­bar an sei­nen Plä­nen fest­hält”, so Lies. Ham­burgs Umwelt­se­na­tor Jens Ker­stan räum­te ein, dass die Han­se­stadt ihre Zie­le mit der jüngs­ten Elb­ver­tie­fung nicht erreicht hat. „Wir müs­sen fest­stel­len, dass sich die für die gro­ße Con­tai­ner-Schiff­fahrt nöti­gen Tie­fen trotz der ver­gan­ge­nen Elb­ver­tie­fung nicht dau­er­haft hal­ten las­sen”, so Ker­stan. „Es ist not­wen­dig, dass wir alle zusätz­li­chen Anstren­gun­gen unter­neh­men, um die­ses Pro­blem zu lösen.”

Foto: Ham­bur­ger Con­tai­ner-Hafen, über dts Nachrichtenagentur

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