SPD warnt Uni­on vor Blo­cka­de beim Staatsbürgerschaftsrecht

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die SPD hat die Uni­ons­par­tei­en auf­ge­for­dert, eine Reform des Staats­bür­ger­schafts­rechts nicht zu blo­ckie­ren. „Die Uni­on geht mit ihrer Ideo­lo­gie von ges­tern an die Sache ran”, sag­te SPD-Par­la­ments­ge­schäfts­füh­re­rin Kat­ja Mast der „Rhei­ni­schen Post” (Mon­tags­aus­ga­be). „Sie ver­sucht wie­der zu spal­ten, statt Lösun­gen zu suchen.” 

Man wer­de das Staats­bür­ger­schafts­recht „den Rea­li­tä­ten anpas­sen”, füg­te Mast hin­zu. „Wer gut inte­griert ist, soll frü­her und ein­fa­cher die Mög­lich­keit zur Ein­bür­ge­rung haben. Das ist nicht nur fair, son­dern auch sinn­voll.” Deutsch­land sei mit einem hohen Fach­kräf­te­man­gel ange­wie­sen „auf Men­schen, die mit der not­wen­di­gen Qua­li­fi­ka­ti­on zu uns kom­men wol­len”, so die SPD-Poli­ti­ke­rin. Ein moder­nes Staats­bür­ger­schafts­recht schaf­fe zudem einen zusätz­li­chen Anreiz, sich auf Deutsch­land ein­zu­las­sen. Auch Thü­rin­gens Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low (Lin­ke) warn­te die Uni­on vor einer Blo­cka­de. „Ich erwar­te heu­te von der Uni­on, dass sie die Zei­chen der Zeit ver­stan­den hat und eine schnel­le Ein­bür­ge­rung mit­trägt”, sag­te er der „Rhei­ni­schen Post” und dem „Gene­ral-Anzei­ger” (Mon­tags­aus­ga­ben). „Ich höre aber schon wie­der Alex­an­der Dob­rindt, der davon schwa­dro­niert, mit einer schnel­le­ren Ein­bür­ge­rung wür­de der deut­sche Pass ver­ramscht. Das ist gro­ber Unfug.” Eine Reform des Staats­bür­ger­schafts­rech­tes wäre schon vor 20 Jah­ren fäl­lig gewe­sen, sag­te der Lin­ke-Poli­ti­ker. Damals aber habe die CDU in Hes­sen bei der ers­ten Land­tags­wahl nach dem Wahl­sieg 1998 von Rot-Grün im Bund „blo­ckiert und mit ihrer Kam­pa­gne de fac­to gegen Aus­län­der unter­schrei­ben las­sen”. Rame­low stell­te eine Zustim­mung der von ihm geführ­ten rot-grün-roten thü­rin­gi­schen Min­der­heits­re­gie­rung im Bun­des­rat für eine Reform des Staats­bür­ger­schafts­rechts in Aus­sicht. „Ich schaue mir dann den Geset­zes­text an, beglei­te es aber posi­tiv und wer­de das sehr unter­stüt­zen”. Allein Thü­rin­gen wer­be der­zeit „sogar Azu­bis aus Viet­nam, Usbe­ki­stan, aus der Mon­go­lei oder aus der Ukrai­ne an, da könn­ten wir die hier Gebo­re­nen auch gleich ein­bür­gern. Es geht um die Zukunft unse­res Lan­des und da wird jeder klu­ge Kopf und jede flei­ßi­ge Hand gebraucht.” Die Blo­cka­de­war­nun­gen von SPD und Lin­ken stie­ßen in der CDU auf Unver­ständ­nis. „Die­ses Gesetz wird aller Vor­aus­sicht nach im Bun­des­rat nicht zustim­mungs­pflich­tig sein”, sag­te CDU-Chef Fried­rich Merz im „Bericht aus Ber­lin” des ARD-Haupt­stadt­stu­di­os. „Das ist dann ein soge­nann­tes Ein­spruchs­ge­setz, wo es eine Mehr­heit im Bun­des­rat geben müss­te, um Ein­spruch ein­zu­le­gen.” Das wer­de wahr­schein­lich nicht der Fall sein, „also das wird uns aus­schließ­lich im Bun­des­tag beschäf­ti­gen”, so Merz.

Foto: SPD-Logo, über dts Nachrichtenagentur

Anmer­kun­gen zum Bei­trag? Hin­weis an die Redak­ti­on sen­den.