SPD und Grü­ne für stär­ke­re Belas­tung von Vermögenden

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Nach den mil­li­ar­den­schwe­ren „Ent­las­tungs­pa­ke­ten” für die Bür­ger im Rah­men der Ener­gie­kri­se ist in der Ampel-Koali­ti­on eine Dis­kus­si­on über die Gegen­fi­nan­zie­rung ent­brannt. Der stell­ver­tre­ten­de SPD-Frak­ti­ons­chef Achim Post sag­te der „Welt”, SPD-Par­tei­chef Lars Kling­beil habe Recht, wenn er auf die Not­wen­dig­keit einer gerech­ten Ver­tei­lung der Kri­sen­las­ten hin­wei­se. „Das ist eine der ganz ele­men­ta­ren Gerech­tig­keits­auf­ga­ben, die vor uns liegen.” 

Kling­beil hat­te in der „Bild am Sonn­tag” für 2023 eine Debat­te über Steu­er­ge­rech­tig­keit und die Finan­zie­rung der Kri­sen­be­kämp­fung ange­kün­digt und eine stär­ke­re Belas­tung von Ver­mö­gen­den gefor­dert. Einen ähn­li­chen Vor­schlag hat­te kürz­lich auch der Sach­ver­stän­di­gen­rat zur Begut­ach­tung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung gemacht. Bei den Grü­nen stie­ßen die Vor­schlä­ge auf Zustim­mung. „Die im inter­na­tio­na­len Ver­gleich wirk­lich sehr hohe Ungleich­ver­tei­lung in Deutsch­land birgt sub­stan­zi­el­le Gefah­ren für den demo­kra­ti­schen Zusam­men­halt”, sag­te die finanz­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Bun­des­tags­frak­ti­on, Katha­ri­na Beck, der „Welt”. „Des­we­gen müs­sen wir uns, gera­de in der aktu­el­len Kri­se, ernst­haft mit den Vor­schlä­gen des Sach­ver­stän­di­gen­rats beschäf­ti­gen, star­ke Schul­tern mehr an der Finan­zie­rung der Kri­sen­kos­ten zu betei­li­gen.” Pro­test kam hin­ge­gen von der FDP. „Wir müs­sen auf dem Pfad der Ent­las­tung blei­ben”, sag­te Frak­ti­ons­chef Chris­ti­an Dürr der „Welt”. Mit dem Infla­ti­ons­aus­gleichs­ge­setz sei ein ers­ter wich­ti­ger Schritt zu mehr Steu­er­ge­rech­tig­keit geschaf­fen wor­den – quer durch die Gesell­schaft. „Das ist ein Weg, den wir gemein­sam wei­ter­ge­hen müs­sen”, sag­te Dürr. In die­sem Sin­ne kön­ne man ger­ne über Steu­er­po­li­tik dis­ku­tie­ren. Belas­tun­gen sei­en aus­ge­schlos­sen. „Es wäre ein Schlag ins Gesicht des Mit­tel­stan­des, wenn nach den Kri­sen jede wirt­schaft­li­che Erho­lung direkt wie­der abge­würgt wer­den wür­de”, so Dürr. „Unter­neh­men schaf­fen Jobs und Wohl­stand. Daher soll­ten wir alles tun, um auch die Belas­tung der Wirt­schaft zu sen­ken.” Har­sche Kri­tik kam auch aus der Oppo­si­ti­on. „Lars Kling­beil ist die Dra­ma­tik der Lage offen­bar nicht klar”, sag­te Mathi­as Mid­del­berg (CDU), stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Par­la­ments­krei­ses Mit­tel­stand, der „Welt”. „Wir sind in einer der größ­ten Kri­sen seit dem Zwei­ten Welt­krieg. Unse­re Wirt­schaft geht gera­de Rich­tung Abschwung. Da wären höhe­re Steu­ern Gift für unse­re Betrie­be und wür­den unse­re Arbeits­plät­ze mas­siv gefähr­den.” The­ma müss­ten jetzt „Ent­las­tun­gen” sein, nicht neue Belastungen.

Foto: Wohl­ha­ben­de Senio­ren, über dts Nachrichtenagentur

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