Kubicki knüpft Reform des Staats­bür­ger­schafts­rechts an Bedingungen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – FDP-Vize Wolf­gang Kubicki hat die von Bun­des­in­nen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) geplan­te Reform des Staats­bür­ger­schafts­rechts an Bedin­gun­gen geknüpft. Vor einer Reform sei­en ein kon­se­quen­tes Abschie­ben aus­rei­se­pflich­ti­ger Migran­ten sowie schnel­le­re Asyl­ver­fah­ren und ein leis­tungs­be­zo­ge­nes Ein­wan­de­rungs­recht not­wen­dig, sag­te er dem „Han­dels­blatt” (Diens­tags­aus­ga­be). „Wer die Ein­bür­ge­rungs­hür­den senkt, bevor die­se Din­ge geklärt und umge­setzt sind, sen­det ein kom­plett fal­sches Signal.” 

Die Koali­ti­ons­part­ner müss­ten ler­nen, „dass der gesam­te Koali­ti­ons­ver­trag gilt und nicht nur die Pas­sa­gen, die ihnen gera­de pas­sen”. Grü­nen-Frak­ti­ons­vi­ze Kon­stan­tin von Notz sprach unter­des­sen von einer über­fäl­li­gen Reform, bei der es „mit­nich­ten um eine Rela­ti­vie­rung der deut­schen Staats­bür­ger­schaft” gehe. „Deutsch­land braucht drin­gend Fach- und Arbeits­kräf­te, die ger­ne zu uns kom­men – und dann auch die Chan­ce haben, zu blei­ben”, sag­te von Notz der Zei­tung. „Wer dies nicht sieht und alte Res­sen­ti­ments schürt, erschwert Inte­gra­ti­on und scha­det letzt­lich auch dem Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land.” Vor­be­hal­te äußer­te dage­gen der Direk­tor des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW), Micha­el Hüt­her. „Die Ver­än­de­rung des Ein­bür­ge­rungs­rechts scheint mir nicht die vor­dring­li­che Auf­ga­be der Migra­ti­ons­po­li­tik zu sein”, sag­te Hüt­her dem „Han­dels­blatt”. Im Vor­der­grund müs­se das ver­läss­li­che Ange­bot an Sprach- und Inte­gra­ti­ons­kur­sen sowie Bil­dungs­an­ge­bo­ten ste­hen. Hier gebe es immer noch Lücken und zu wenig Ange­bo­te. Der Hin­weis der FDP auf die Dul­dung ille­ga­ler Migra­ti­on nach Deutsch­land soll­te zudem eben­so wenig ver­nach­läs­sigt wer­den, wie die Fra­ge, war­um Men­schen in gro­ßer Zahl aus Deutsch­land abwan­dern. „Das sind Ansatz­punk­te ver­ant­wort­li­cher Migrationspolitik.”

Foto: Wolf­gang Kubicki, über dts Nachrichtenagentur

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