Deut­sche Indus­trie will ver­mehrt auf Afri­ka statt Chi­na setzen

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Die deut­sche Indus­trie will ver­stärkt auf Afri­ka set­zen, um die Abhän­gig­keit von Chi­na zu ver­rin­gern. Das geht aus einem 40-sei­ti­gen Posi­ti­ons­pa­pier des Bun­des­ver­bands der Deut­schen Indus­trie (BDI) her­vor, über das die „Welt” vor­ab berich­tet. Dar­in plä­diert der BDI für einen Neu­start der Zusam­men­ar­beit mit den Län­dern des Kon­ti­nents, ins­be­son­de­re jenen süd­lich der Saha­ra, und er gibt dazu 39 kon­kre­te Hand­lungs­emp­feh­lun­gen, für deut­sche Unter­neh­men, aber auch für die deut­sche Regie­rung und die EU. „Für Deutsch­land wird Afri­ka wirt­schaft­lich immer wich­ti­ger, um sich stär­ker zu diver­si­fi­zie­ren und Abhän­gig­kei­ten zu redu­zie­ren, vor allem von Chi­na”, sag­te Wolf­gang Nie­der­mark, Mit­glied der Haupt­ge­schäfts­füh­rung des BDI, der „Welt”.

„Afri­ka ist heu­te ein Muss für deut­sche Unter­neh­men – und nicht mehr nur ein Chan­cen­kon­ti­nent.” Drei wesent­li­che Akti­ons­fel­der sieht der BDI. So sol­len Deutsch­land und Euro­pa die afri­ka­ni­schen Staa­ten bei der Umset­zung der Pan­afri­ka­ni­schen Frei­han­dels­zo­ne (AfCFTA) unter­stüt­zen. Fast alle Län­der des Kon­ti­nents gehö­ren die­ser for­mal an, die Umset­zung ist jedoch bis­lang müh­se­lig. Der zwei­te Bereich, den der BDI ins Visier nimmt, ist die Koope­ra­ti­on im Bereich der Roh­stoff­ver­sor­gung, ins­be­son­de­re bei Metal­len und grü­nem Was­ser­stoff. „Die Bun­des­re­gie­rung soll­te die Bemü­hun­gen der Unter­neh­men um neue Roh­stoff­part­ner­schaf­ten unter­stüt­zen sowie die Inves­ti­ti­ons­ga­ran­tien und Her­mes­de­ckun­gen aus­wei­ten”, sag­te Nie­der­mark. Einen drit­ten wich­ti­gen Bereich sieht der BDI in der Zusam­men­ar­beit beim Ein­satz neu­er Tech­no­lo­gien. „Inter­net aus dem All kann abge­le­ge­ne Regio­nen schnel­ler und bes­ser ver­net­zen und ermög­licht eine stär­ke­re Teil­ha­be an welt­wei­ten Wert­schöp­fungs­ket­ten”, nann­te Nie­der­mark als Bei­spiel. „Deutsch­land soll­te sich in Brüs­sel dafür ein­set­zen, dass die geplan­te EU-Satel­li­ten­kon­stel­la­ti­on den afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent mit abdeckt.” Vom 6. bis 8. Dezem­ber fin­det in Süd­afri­ka der Deutsch-Afri­ka­ni­sche Wirt­schafts­gip­fel statt. Der BDI ist zusam­men mit ande­ren Spit­zen­ver­bän­den an der Orga­ni­sa­ti­on des Gip­fels betei­ligt. Das Posi­ti­ons­pa­pier dient auch der Vor­be­rei­tung des Gipfels.

Foto: Hur­gha­da (Ägyp­ten), über dts Nachrichtenagentur

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