FDP ver­stärkt Kri­tik an Fae­sers Einbürgerungsgesetz

Ber­lin (dts Nach­rich­ten­agen­tur) – Das geplan­te neue Staats­bür­ger­schafts­ge­setz stößt bei der FDP zuneh­mend auf Wider­stand. „Noch bevor das geplan­te Ein­wan­de­rungs­ge­setz beschlos­sen ist, prä­sen­tiert das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um einen Gesetz­ent­wurf zum Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht. Das ist die fal­sche Rei­hen­fol­ge”, sag­te der FDP-Innen­po­li­ti­ker und Frak­ti­ons­vi­ze Kon­stan­tin Kuh­le der „Welt” (Diens­tag­aus­ga­be).

Die Libe­ra­len woll­ten Ein­wan­de­rung zur Gewin­nung von Arbeits­kräf­ten nicht blo­ckie­ren, „aber erst müs­sen wir uns dar­auf eini­gen, wer in unser Land kom­men soll, danach kön­nen wir uns der Fra­ge des leich­te­ren Zugangs zur Staats­bür­ger­schaft wid­men”. Die Libe­ra­len üben unter ande­rem Kri­tik an ein­zel­nen Punk­ten des Gesetz­ent­wurfs, der vor­sieht, dass Zuwan­de­rer ihre bis­he­ri­ge Staats­bür­ger­schaft nicht auf­ge­ben müs­sen. „Mehr­staat­lich­keit darf sich nicht bis in alle Ewig­keit ver­er­ben, nach drei Genera­tio­nen im Land müs­sen Men­schen eine Ent­schei­dung für eine Staats­bür­ger­schaft fäl­len”, sag­te Ste­phan Tho­mae, Par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer der FDP-Frak­ti­on: „Die­ser Punkt fehlt mir im Ent­wurf der Innen­mi­nis­te­rin.” Bei den Libe­ra­len schwingt aber inzwi­schen auch ins­ge­samt wach­sen­des Unbe­ha­gen über den Kurs der Koali­ti­ons­part­ner SPD und Grü­ne mit. „Zur­zeit ist es ein­fa­cher, in unse­re sozia­len Siche­rungs­sys­te­me ein­zu­wan­dern, als in den Arbeits­markt. Das müs­sen wir umkeh­ren”, for­der­te FDP-Frak­ti­ons­chef Chris­ti­an Dürr. Deutsch­land müs­se ein moder­nes Ein­wan­de­rungs­land für all jene wer­den, die hier arbei­ten und sich inte­grie­ren. „Die­sen Men­schen muss auch die deut­sche Staats­bür­ger­schaft offen­ste­hen. Eine län­ge­re Auf­ent­halts­dau­er im Land aus ande­ren Grün­den, zum Bei­spiel auf Basis des Asyl­rechts, muss auf Not­fäl­le beschränkt blei­ben”, sag­te Dürr der „Welt”. Auch FDP-Gene­ral­se­kre­tär Bijan Djir-Sarai geht vor allem mit den Sozi­al­de­mo­kra­ten und Innen­mi­nis­te­rin Nan­cy Fae­ser (SPD) hart ins Gericht: „Wir brau­chen ein Gesamt­pa­ket, um Deutsch­land zu einem moder­nen Ein­wan­de­rungs­land zu machen, und das sehe ich noch nicht”, kri­ti­sier­te Djir-Sarai. „Wir haben kei­ne aus­rei­chen­de Steue­rung von Zuwan­de­rung, das gilt auch für die Rück­füh­rung von Men­schen, die nicht hier blei­ben kön­nen. Den ver­ein­bar­ten Son­der­be­auf­trag­ten dafür gibt es bis heu­te nicht.”

Foto: Stan­des­amt, über dts Nachrichtenagentur

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